Lernfeld 12 · Prüfung Teil 2
Bremsenprüfung am Nutzfahrzeug
Bremsenprüfung am Nutzfahrzeug: Rollenbremsprüfstand, Abbremsung, Hochrechnung über den Bremsdruck, Seitendifferenz und Dichtheit der Druckluftanlage.
Darum geht es
Die Bremswirkung eines Nutzfahrzeugs wird auf dem Rollenbremsprüfstand gemessen. Die Rollen drehen die Räder einer Achse, der Prüfstand misst die Bremskraft links und rechts. Daraus ergibt sich die Abbremsung: die Summe der Bremskräfte im Verhältnis zur Gewichtskraft des Fahrzeugs. Sie zeigt, welche Verzögerung das Fahrzeug erreichen kann. Gefordert sind Mindestwerte je nach Bremsanlage und Fahrzeugart.
Schwierig ist, dass Lkw meist leer oder teilbeladen in die Werkstatt kommen. Die Räder blockieren dann, bevor die volle Bremskraft erreicht ist. Deshalb misst man zusätzlich den Bremsdruck an den Prüfanschlüssen der Bremszylinder und rechnet die Bremskraft auf den Druck hoch, den der Hersteller als Bezugswert angibt. Die Hersteller nennen dafür Bezugsbremskräfte je Achse. Diese Hochrechnung gilt, weil die Bremskraft annähernd verhältnisgleich mit dem Druck steigt.
Neben der Wirkung zählt die Gleichmäßigkeit: Die Bremskräfte links und rechts einer Achse dürfen nur begrenzt voneinander abweichen, sonst zieht das Fahrzeug beim Bremsen. Ebenso werden Federspeicher, Anhängersteuerung, Ansprechverhalten und das Lösen geprüft. Die Druckluftanlage muss dicht sein; dafür beobachtet man den Druckabfall über eine festgelegte Zeit bei abgestelltem Motor.
Das solltest du dir merken
- Abbremsung ist die Summe der Bremskräfte durch die Gewichtskraft.
- Leere Lkw werden über den gemessenen Bremsdruck auf den Bezugsdruck hochgerechnet.
- Große Unterschiede zwischen links und rechts lassen das Fahrzeug beim Bremsen ziehen.
- Die Dichtheit prüft man über den Druckabfall in einer festen Zeit.
Formeln
- Abbremsung
- Bremskräfte in N, Masse in kg, m/s²
- Hochrechnung auf den Bezugsdruck
- gemessener Bremszylinderdruck, Bezugsdruck des Herstellers
- Bremskraftdifferenz einer Achse
- größere, kleinere Bremskraft der Achse
Typische Fehler in der Prüfung
- Blockierende Räder eines leeren Lkw als ausreichende Bremswirkung gewertet.
- Den Druck in bar und die Bezugswerte in kPa ohne Umrechnung verglichen.
- Für die Abbremsung die Masse in Tonnen ohne Umrechnung eingesetzt.
Tipps aus der Werkstatt
- Ein leerer Lkw blockiert auf dem Prüfstand früh. Deshalb Bremsdruck am Prüfanschluss mitmessen und die Bremskraft im Verhältnis auf den Bezugsdruck hochrechnen: gemessene Kraft mal Bezugsdruck durch gemessenen Druck. Für die Abbremsung die Masse in kg einsetzen, nicht in Tonnen.
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15 Aufgaben zu „Bremsenprüfung am Nutzfahrzeug“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Kfz-Mechatroniker/-in 2013, Lernfeld 12N; KfzMechaAusbV 2013, Schwerpunkt Nutzfahrzeugtechnik. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.