Lernfeld 11 · Prüfung Teil 2
Fahrerassistenzsysteme im Nutzfahrzeug
Fahrerassistenz im Lkw: Notbremsassistent, Spurverlassenswarner, Abstandsregeltempomat, Abbiegeassistent und Stabilitätsregelung samt Kalibrierung.
Darum geht es
Nutzfahrzeuge sind schwer und lang, ein Auffahrunfall oder ein übersehener Radfahrer hat schwere Folgen. Deshalb sind für neue schwere Lkw und Busse mehrere Assistenzsysteme durch das europäische Typgenehmigungsrecht vorgeschrieben, darunter Notbremsassistent und Spurverlassenswarner, mit der Verordnung (EU) 2019/2144 schrittweise auch Abbiegeassistent und weitere Systeme. Der Notbremsassistent erkennt mit Radar und Kamera Hindernisse, warnt zuerst und bremst dann selbstständig. Der Abstandsregeltempomat hält eine eingestellte Zeitlücke zum Vorausfahrenden und nutzt dafür Motor, Retarder und Betriebsbremse.
Die elektronische Stabilitätsregelung des Nutzfahrzeugs berücksichtigt neben dem Schleudern auch die Kippgefahr: Bei hohem Schwerpunkt und schneller Kurvenfahrt nimmt sie Motormoment zurück und bremst gezielt, auch den Anhänger. Der Abbiegeassistent überwacht mit Radar oder Kamera den Bereich neben dem Fahrzeug auf der Beifahrerseite.
Alle Systeme hängen an exakt ausgerichteten Sensoren. Nach dem Tausch der Windschutzscheibe, Arbeiten an Stoßfänger oder Halter, einer Achsvermessung oder einem Unfall müssen Radar und Kamera nach Herstellervorgabe kalibriert werden, statisch mit Zieltafel oder dynamisch bei einer Fahrt. Für die Diagnose zählen Fehlerspeicher, Verschmutzung und Beschädigung der Sensoren und die Plausibilität der Signale, etwa Lenkwinkel, Gierrate und Querbeschleunigung.
Das solltest du dir merken
- Notbremsassistent und Spurverlassenswarner sind für neue schwere Nfz vorgeschrieben.
- Die Stabilitätsregelung im Lkw beachtet auch die Kippgefahr.
- Der Abstandsregeltempomat hält eine Zeitlücke, keinen festen Abstand in Metern.
- Nach Scheibentausch, Achsvermessung oder Unfall Radar und Kamera kalibrieren.
Formeln
- Abstand aus der Zeitlücke
- Geschwindigkeit in m/s, Zeitlücke in s, in m
- Bremsweg
- Ausgangsgeschwindigkeit in m/s, Verzögerung in m/s²
- Umrechnung der Geschwindigkeit
Typische Fehler in der Prüfung
- Nach dem Scheibentausch die Kamera nicht kalibriert.
- Geschwindigkeit in km/h in die Wegformel eingesetzt.
- Eine Fehlermeldung durch verschmutzten Radarsensor mit einem Steuergerätetausch beantwortet.
Tipps aus der Werkstatt
- Scheibe getauscht, Stoßfänger repariert oder Achse vermessen: Danach Kamera und Radar nach Herstellervorgabe kalibrieren. Ein um ein Grad verdrehter Radarsensor schaut in 100 m Entfernung schon fast zwei Meter daneben, das reicht für eine falsche Spur.
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14 Aufgaben zu „Fahrerassistenzsysteme im Nutzfahrzeug“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Kfz-Mechatroniker/-in 2013, Lernfeld 11N; KfzMechaAusbV 2013, Schwerpunkt Nutzfahrzeugtechnik; Verordnung (EU) 2019/2144 sinngemäß. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.