Lernfeld 11 · Prüfung Teil 2
Elektronisch geregelte Bremsanlage (EBS)
Elektronisch geregelte Bremsanlage im Lkw: Bremswertgeber, Achsmodulatoren, Redundanz, ABS und ASR, Abstimmung mit dem Anhänger und Parametrieren.
Darum geht es
Bei der elektronisch geregelten Bremsanlage (EBS) wird der Bremswunsch des Fahrers elektrisch übertragen. Der Bremswertgeber im Fußbremsventil meldet, wie stark gebremst werden soll; das Zentralsteuergerät berechnet den Solldruck jeder Achse und gibt ihn an die Achsmodulatoren. Diese steuern mit Magnetventilen Druckluft aus dem Vorrat in die Bremszylinder und regeln den Druck mit eingebauten Drucksensoren nach. So spricht die Bremse schneller und gleichmäßiger an als rein pneumatisch.
Weil die Bremse sicherheitskritisch ist, bleibt eine pneumatische Rückfallebene: Fällt die Elektronik aus, steuert das Fußbremsventil die Achsen weiter pneumatisch über Redundanzventile, nur ohne die Zusatzfunktionen. Das EBS übernimmt ABS und ASR mit den Raddrehzahlsensoren, passt den Bremsdruck an die Beladung an, gleicht den Verschleiß der Beläge zwischen den Achsen aus und bindet Retarder und Motorbremse ein. Über die Anhängerschnittstelle stimmt es die Bremskraft mit dem Anhänger ab, damit der Zug nicht aufläuft oder streckt.
Für die Diagnose liefert das System Fehlercodes, Ist- und Solldrücke, Sensorwerte und Belagverschleiß. Nach dem Tausch eines Achsmodulators oder Zentralsteuergeräts muss es nach Herstellervorgabe parametriert werden, etwa mit Achsanzahl, Reifengröße und Bremsenkennwerten. Ein fehlerhafter Raddrehzahlsensor wird über Widerstand, Luftspalt und Signalbild mit dem Oszilloskop geprüft.
Das solltest du dir merken
- Der Bremswertgeber meldet den Bremswunsch elektrisch, die Achsmodulatoren regeln den Druck.
- Fällt die Elektronik aus, bremst die pneumatische Rückfallebene weiter.
- EBS übernimmt ABS, ASR, Lastanpassung und Abstimmung mit dem Anhänger.
- Nach dem Tausch von Modulatoren oder Steuergerät wird nach Herstellervorgabe parametriert.
Formeln
- Bremsschlupf
- Fahrzeuggeschwindigkeit, Radumfangsgeschwindigkeit
- Radumfangsgeschwindigkeit
- Raddurchmesser in m, Raddrehzahl in 1/s, in m/s
Typische Fehler in der Prüfung
- Angenommen, bei einem EBS-Fehler sei das Fahrzeug ohne Bremse; die pneumatische Rückfallebene bleibt.
- Einen Achsmodulator getauscht und die Parametrierung vergessen.
- Den Luftspalt des Raddrehzahlsensors nach Radlagerarbeiten nicht geprüft.
Tipps aus der Werkstatt
- Fällt das EBS aus, bremst der Lkw weiter, nur rein pneumatisch über die Rückfallebene und ohne ABS, Lastanpassung und Belagabgleich. Nach dem Tausch eines Achsmodulators oder des Steuergeräts nie das Parametrieren vergessen, sonst stimmen Achszahl, Reifengröße und Bremsenkennwerte nicht.
Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.
14 Aufgaben zu „Elektronisch geregelte Bremsanlage (EBS)“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Kfz-Mechatroniker/-in 2013, Lernfeld 11N; KfzMechaAusbV 2013, Schwerpunkt Nutzfahrzeugtechnik (Druckluftbremsanlage und Achsmodulator parametrieren). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.