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Lernfeld 12 · Prüfung Teil 2

Hochvoltfahrzeuge nach Unfall oder Überflutung bewerten

Hochvoltfahrzeuge nach Unfall oder Überflutung bewerten: Rettungskarte, Schutzabschaltung, Batteriezustand, Abstellen, Überwachen und Dokumentation.

14 Aufgaben dazu übenKostenlos, ohne Anmeldung, mit Lösungsweg

Darum geht es

Ein Elektro- oder Hybridfahrzeug nach Unfall, Brand oder Überflutung gilt als gefährlich, bis eine qualifizierte Person seinen Zustand bewertet hat. Bei einem schweren Aufprall öffnet das System die Batterieschütze, manche Fahrzeuge trennen zusätzlich pyrotechnisch. Ob das funktioniert hat, sieht man von außen nicht. Erste Informationen liefern die Rettungskarte des Modells und die Meldungen im Kombiinstrument, sofern das Fahrzeug noch reagiert.

Die Bewertung folgt dem Herstellerablauf: Sichtprüfung von Batteriegehäuse, Leitungen und Steckern, Fehlerspeicher des Hochvoltsystems und der Rückhaltesysteme, Isolationsmessung, Zellspannungen und Temperaturen über das Batteriemanagement. Rauch, Zischen, Geruch oder steigende Temperatur deuten auf ein mögliches thermisches Durchgehen hin. Das kann auch Stunden oder Tage nach dem Schaden beginnen. Freischalten und Messen übernimmt eine fachkundige Person; lässt sich das beschädigte System nicht sicher freischalten oder die Spannungsfreiheit nicht feststellen, sind die weiteren Arbeiten Arbeiten unter Spannung und verlangen die Stufe 3S nach DGUV Information 209-093.

Ein beschädigtes Fahrzeug wird im Freien mit ausreichendem Abstand zu Gebäuden und anderen Fahrzeugen abgestellt, gekennzeichnet und regelmäßig überwacht, etwa mit einer Wärmebildkamera. Nach Überflutung kann Wasser in Gehäuse und Stecker eingedrungen sein, auch wenn das Fahrzeug fährt. Transport und Entsorgung beschädigter Batterien unterliegen dem Gefahrgutrecht. Jeder Schritt wird dokumentiert, damit die nächste Person den Zustand kennt.

Das solltest du dir merken

  • Ein HV-Fahrzeug nach Unfall gilt bis zur Bewertung als gefährlich.
  • Die Rettungskarte zeigt Batterie, Leitungen und Trennstellen des Modells.
  • Thermisches Durchgehen kann verzögert beginnen, deshalb überwachen.
  • Beschädigte Fahrzeuge im Freien mit Abstand abstellen und kennzeichnen.

Formeln

Temperaturanstieg
gemessene Temperatur in °C, Zeitpunkt in min, Ergebnis in K/min

Typische Fehler in der Prüfung

  • Ein Unfallfahrzeug in die Halle gestellt, weil es noch fahrbereit war.
  • Nach Überflutung auf die Isolationsmessung verzichtet, weil keine Warnleuchte leuchtete.
  • Den Zustand bei der Übergabe an die Spätschicht nicht dokumentiert.

Tipps aus der Werkstatt

  • Ein E-Auto nach einem Unfall kann noch nach Stunden oder Tagen anfangen zu brennen. Deshalb nicht in die Halle, sondern im Freien mit Abstand abstellen, kennzeichnen und die Temperatur der Batterie regelmäßig prüfen. Auch wenn es noch fährt.

Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.

14 Aufgaben zu „Hochvoltfahrzeuge nach Unfall oder Überflutung bewerten“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.

Jetzt üben

Grundlage: KMK-Rahmenlehrplan Kfz-Mechatroniker/-in 2013, Lernfeld 12S und 13S; KfzMechaAusbV 2013, Ausbildungsrahmenplan Schwerpunkt System- und Hochvolttechnik; DGUV Information 209-093 (sinngemäß). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.