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Lernfeld 4 · Prüfung Teil 1

Schutzziele und Schutzbedarf

Schutzziele Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit, Schutzbedarfsfeststellung nach BSI-Standard 200-2 und einfache Risikoanalyse erklärt.

15 Aufgaben dazu übenKostenlos, ohne Anmeldung, mit Lösungsweg

Darum geht es

Informationssicherheit verfolgt drei Grundwerte. Vertraulichkeit heißt, nur Berechtigte sehen die Daten. Integrität heißt, Daten und Systeme sind vollständig und unverändert. Verfügbarkeit heißt, Daten und Dienste stehen bereit, wenn sie gebraucht werden. Dazu kommen erweiterte Ziele wie Authentizität (Echtheit des Absenders) und Verbindlichkeit (eine Handlung lässt sich nicht abstreiten). Ein verschlüsselnder Erpressungstrojaner trifft vor allem die Verfügbarkeit, eine unbemerkt geänderte Kontonummer die Integrität.

Den Schutzbedarf bestimmst du nach BSI-Standard 200-2 in den Kategorien normal, hoch und sehr hoch. Grundlage sind Schadensszenarien: Verstöße gegen Gesetze oder Verträge, Beeinträchtigung der informationellen Selbstbestimmung, der persönlichen Unversehrtheit oder der Aufgabenerfüllung, negative Innen- oder Außenwirkung und finanzielle Folgen. Der Schutzbedarf vererbt sich vom Geschäftsprozess über die Anwendung auf das IT-System und den Raum. Dabei gilt das Maximumprinzip: Das System übernimmt den höchsten Schutzbedarf seiner Anwendungen. Viele kleine Schäden können sich zu einem höheren Bedarf aufsummieren (Kumulationseffekt), verteilte Anwendungen können ihn senken (Verteilungseffekt).

Für Objekte mit hohem Schutzbedarf folgt eine Risikoanalyse nach BSI-Standard 200-3. Das Risiko ergibt sich aus Eintrittshäufigkeit und Schadenshöhe. Ein Risiko kannst du vermeiden, reduzieren, übertragen (etwa durch eine Versicherung) oder bewusst akzeptieren. Eine Schutzmaßnahme lohnt sich wirtschaftlich, wenn sie weniger kostet als der erwartete Schaden, den sie verhindert.

Das solltest du dir merken

  • Die drei Grundwerte sind Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit.
  • Schutzbedarfskategorien nach BSI 200-2 sind normal, hoch und sehr hoch.
  • Maximumprinzip, der höchste Schutzbedarf einer Anwendung bestimmt den des Systems.
  • Risiko ist Eintrittswahrscheinlichkeit mal Schadenshöhe.
  • Risiken werden vermieden, reduziert, übertragen oder akzeptiert.

Formeln

Risiko als erwarteter Schaden
erwarteter Schaden in € pro Jahr, Eintrittswahrscheinlichkeit pro Jahr, Schadenshöhe in €
Eintrittswahrscheinlichkeit aus Häufigkeit
mittlerer Abstand zwischen zwei Ereignissen in Jahren, etwa alle fünf Jahre ergibt 0,2 pro Jahr

Typische Fehler in der Prüfung

  • Ransomware nur der Vertraulichkeit zugeordnet, obwohl vor allem die Verfügbarkeit fehlt.
  • Den Schutzbedarf eines Servers als Durchschnitt seiner Anwendungen berechnet statt nach dem Maximumprinzip.
  • Integrität und Authentizität verwechselt.
  • Bei der Risikoberechnung die Häufigkeit nicht auf ein Jahr umgerechnet.

Tipps aus der Werkstatt

  • Die drei Schutzziele als Fragen: Darf das nur Berechtigte sehen (Vertraulichkeit)? Ist es unverändert (Integrität)? Komme ich dran, wenn ich es brauche (Verfügbarkeit)? Verschlüsselte Dateien durch Ransomware treffen vor allem das dritte.
  • Schutzbedarf gibt es in drei Stufen: normal, hoch, sehr hoch. Bei Vererbung gilt meist das Maximumprinzip, bei vielen zusammenwirkenden Systemen kann der Kumulationseffekt den Bedarf erhöhen.

Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.

15 Aufgaben zu „Schutzziele und Schutzbedarf“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.

Jetzt üben

Grundlage: Rahmenlehrplan IT-Berufe (KMK 2019), Lernfeld 4; BSI-Standards 200-2 und 200-3 (IT-Grundschutz). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.