Lernfeld 4 · Prüfung Teil 1
Technische und organisatorische Maßnahmen
Technische und organisatorische Schutzmaßnahmen: Datensicherung mit 3-2-1-Regel, Verschlüsselung, Hashwerte, Signatur, MFA und Patchmanagement.
Darum geht es
Schutzmaßnahmen teilst du in technische (Firewall, Verschlüsselung, Virenschutz) und organisatorische (Regeln, Schulungen, Zuständigkeiten). Die wichtigste Maßnahme gegen Datenverlust ist die Datensicherung. Eine Vollsicherung sichert alles, eine inkrementelle Sicherung nur die Änderungen seit der letzten Sicherung jeder Art, eine differenzielle die Änderungen seit der letzten Vollsicherung. Zur Wiederherstellung brauchst du bei inkrementell die Vollsicherung und alle folgenden Inkremente, bei differenziell die Vollsicherung und die letzte differenzielle. Die 3-2-1-Regel verlangt drei Kopien auf zwei verschiedenen Medien, eine davon außer Haus. Eine dauerhaft angeschlossene Sicherungsplatte kann Ransomware gleich mitverschlüsseln.
Symmetrische Verfahren wie AES nutzen einen gemeinsamen Schlüssel und sind schnell. Asymmetrische Verfahren nutzen ein Schlüsselpaar: Mit dem öffentlichen Schlüssel verschlüsselt man für den Empfänger, nur sein privater Schlüssel entschlüsselt. Bei der digitalen Signatur ist es umgekehrt, signiert wird mit dem privaten Schlüssel, geprüft mit dem öffentlichen. Ein Hashwert wie SHA-256 zeigt, ob eine Datei verändert wurde.
Konten schützt du mit langen Passwörtern, Passwortmanager und Mehr-Faktor-Authentifizierung. Patches spielst du geregelt ein: Meldungen beobachten, bewerten, testen, verteilen und den Erfolg prüfen. Notebooks erhalten eine vollständige Festplattenverschlüsselung.
Das solltest du dir merken
- Inkrementell sichert seit der letzten Sicherung, differenziell seit der letzten Vollsicherung.
- 3-2-1 heißt drei Kopien, zwei Medien, eine Kopie außer Haus.
- Signiert wird mit dem privaten Schlüssel, geprüft mit dem öffentlichen.
- Ein Hashwert beweist Unverändertheit, er verschlüsselt nichts.
- Eine Sicherung ist erst dann etwas wert, wenn die Wiederherstellung getestet wurde.
Formeln
- Anzahl möglicher Passwörter
- Anzahl möglicher Zeichen je Stelle, Passwortlänge
- Dauer einer Wiederherstellung
- Zeit in s, Datenmenge in Byte, Datenrate in bit/s
Typische Fehler in der Prüfung
- Inkrementelle und differenzielle Sicherung verwechselt.
- Bei der Wiederherstellung nach inkrementeller Sicherung nur das letzte Inkrement eingespielt.
- Beim Signieren den öffentlichen Schlüssel des Empfängers genannt.
- Bei der Passwortzahl Länge und Zeichenvorrat vertauscht, also statt .
Tipps aus der Werkstatt
- 3-2-1: drei Kopien, zwei Medientypen, eine außer Haus. Zum Zurückspielen brauchst du bei inkrementeller Sicherung die letzte Vollsicherung plus alle inkrementellen danach, bei differenzieller nur die letzte Vollsicherung und die letzte differenzielle.
- Asymmetrisch heißt zwei Schlüssel: Mit dem öffentlichen wird verschlüsselt, mit dem privaten entschlüsselt; beim Signieren ist es umgekehrt. Konten schützt du mit langen Passwörtern, zweitem Faktor und möglichst wenigen Rechten.
Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.
16 Aufgaben zu „Technische und organisatorische Maßnahmen“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: Rahmenlehrplan IT-Berufe (KMK 2019), Lernfeld 4; BSI IT-Grundschutz-Kompendium (CON.3 Datensicherungskonzept, OPS.1.1.3 Patch- und Änderungsmanagement). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.