Lernfeld 9 · Prüfung Teil 2
Verschleiß und Schadensbilder
Verschleiß und Schadensbilder erkennen: Abrasion, Adhäsion, Ermüdung, Korrosion, Lagerschäden, Dauerbruch an Wellen und Schäden an Dichtungen.
Darum geht es
Verschleiß ist der fortschreitende Materialverlust an Oberflächen durch Reibung. Bei abrasivem Verschleiß furchen harte Teilchen wie Staub oder Späne Riefen in die Fläche. Adhäsiver Verschleiß entsteht, wenn sich Metallflächen bei fehlender Schmierung verschweißen und wieder abreißen, man spricht vom Fressen. Oberflächenzerrüttung entsteht durch wechselnde Belastung, etwa an Wälzlagern und Zahnflanken: Es bilden sich Risse und schuppenartige Ausbrüche, das Pitting. Tribochemischer Verschleiß wie Passungsrost entsteht bei kleinen Relativbewegungen in Passungen.
An Wälzlagern verrät das Schadensbild viel über die Ursache. Ausbrüche nach langer Laufzeit sprechen für normale Ermüdung. Eindrücke im Abstand der Wälzkörper entstehen durch Montagefehler oder Schläge, Riffelungen durch Stromdurchgang, Anlauffarben und verschmiertes Fett durch Überhitzung oder Mangelschmierung. Eine Laufspur am Rand deutet auf Fluchtfehler oder zu große axiale Last.
Brüche an Wellen zeigen typische Bruchflächen. Ein Dauerbruch beginnt an einer Kerbe, wächst langsam mit Rastlinien und endet in einer rauen Restbruchfläche. Ist die Restbruchfläche klein, war die Nennbelastung gering und die Welle lief lange mit dem Riss. Ein Gewaltbruch zeigt dagegen eine einheitlich raue oder verformte Fläche. Bei Dichtungen weisen harte, rissige Lippen auf zu hohe Temperatur oder falschen Werkstoff hin.
Das solltest du dir merken
- Abrasion zeigt Riefen, Adhäsion Fressspuren, Oberflächenzerrüttung Ausbrüche.
- Eindrücke im Wälzkörperabstand deuten auf Montagefehler oder Stöße.
- Riffeln in der Laufbahn deuten auf Stromdurchgang.
- Dauerbruch mit Rastlinien, kleine Restbruchfläche heißt geringe Nennlast.
- Harte, rissige Dichtlippe weist auf Überhitzung oder ungeeigneten Werkstoff.
Typische Fehler in der Prüfung
- Ermüdungsschaden mit Montagefehler verwechselt, weil die Laufzeit des Lagers nicht beachtet wurde.
- Großen Restbruch mit geringer Belastung in Verbindung gebracht; es ist umgekehrt.
- Ausgefallenes Lager gereinigt, bevor Schmierstoff und Laufspuren befundet wurden.
- Nur das Lager getauscht, ohne die Ursache wie Fluchtfehler oder Verschmutzung zu beseitigen.
Tipps aus der Werkstatt
- Ein Dauerbruch zeigt meist zwei Zonen: eine glatte Fläche mit Rastlinien, wo der Riss langsam wuchs, und eine raue Restbruchfläche. Rastlinien laufen vom Anriss weg, darum zeigt ihr Mittelpunkt, wo der Schaden begann, zum Beispiel an einer Kerbe.
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11 Aufgaben zu „Verschleiß und Schadensbilder“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Industriemechaniker, Lernfeld 9 (Instandsetzen von technischen Systemen); DIN 50320 und ISO 15243 sinngemäß. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.