Lernfeld 9 · Prüfung Teil 2
Instandsetzung planen und durchführen
Instandsetzung planen und durchführen: Grundmaßnahmen nach DIN 31051, Arbeitsplanung, Demontage, Lagerwechsel, Ausrichten und Kosten.
Darum geht es
Nach DIN 31051 gliedert sich die Instandhaltung in Wartung, Inspektion, Instandsetzung und Verbesserung. Wartung verzögert den Abbau des Abnutzungsvorrats, etwa durch Schmieren und Nachstellen. Inspektion stellt den Ist-Zustand fest. Instandsetzung führt eine Einheit in den funktionsfähigen Zustand zurück, zum Beispiel durch Tausch eines verschlissenen Lagers. Verbesserung steigert die Zuverlässigkeit, ohne die geforderte Funktion zu ändern.
Vor der Arbeit wird geplant. Dazu gehören die Beschreibung des Schadens, Zeichnungen und Stücklisten, Ersatzteile, Werkzeuge, Hilfsmittel und Personal, die Abstimmung mit der Produktion über den Stillstand und die Gefährdungsbeurteilung. Beim Zerlegen werden Teile gekennzeichnet, geordnet abgelegt und auf Verschleiß geprüft. Wälzlager mit fester Passung zieht man mit Abziehern ab, größere Lager werden auf der Welle mit Induktionsanwärmgerät erwärmt und aufgeschoben, auf etwa 80 bis höchstens 120 °C.
Nach dem Zusammenbau folgen Prüfungen wie Leichtgängigkeit, Axialspiel und Dichtheit. Wellen von Motor und Arbeitsmaschine werden mit Messuhr oder Laser ausgerichtet, und zwar Höhen-, Seiten- und Winkelversatz, bei betriebswarmer Maschine gegebenenfalls mit Vorgabewerten. Die Kosten einer Instandsetzung setzen sich aus Lohn, Material und den oft größten Stillstandskosten zusammen.
Das solltest du dir merken
- DIN 31051 kennt Wartung, Inspektion, Instandsetzung und Verbesserung.
- Erst planen, dann sicher abschalten, dann zerlegen.
- Lager werden erwärmt aufgeschoben, nicht über 120 °C und nie mit offener Flamme.
- Nach dem Motortausch Kupplung in Höhe, Seite und Winkel ausrichten.
- Stillstandskosten fallen je Stunde einmal an, unabhängig von der Zahl der Monteure.
Formeln
- Wärmedehnung beim Anwärmen
- Aufweitung in mm, Längenausdehnungskoeffizient in 1/K (Stahl etwa ), Bohrungsdurchmesser in mm, Temperaturerhöhung in K
- Kosten einer Instandsetzung
- Zahl der Personen, Dauer in h, Stundensatz in €/h, Materialkosten in €, Stillstandskosten in €/h
Typische Fehler in der Prüfung
- Instandsetzung und Wartung verwechselt; Schmieren ist Wartung, der Lagertausch Instandsetzung.
- Beim Anwärmen nur das Übermaß berücksichtigt und das nötige Fügespiel vergessen.
- Übermaß in µm und Durchmesser in mm ohne Umrechnung in die Formel eingesetzt.
- Stillstandskosten mit der Zahl der Instandhalter malgenommen.
Tipps aus der Werkstatt
- Plane eine Instandsetzung vorher: Ersatzteile prüfen, Ausfallzeit mit der Produktion abstimmen, Werkzeuge und Anzugsmomente bereitlegen. Nach dem Einbau folgt immer ein Probelauf mit Funktionsprüfung, und erst dann geht die Anlage mit Protokoll zurück an den Betreiber.
Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.
14 Aufgaben zu „Instandsetzung planen und durchführen“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Industriemechaniker, Lernfeld 9 (Instandsetzen von technischen Systemen); DIN 31051. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.