Lernfeld 5 · Prüfung Teil 1
Schleifen und Feinbearbeitung
Schleifen und Feinbearbeitung: Bezeichnung von Schleifscheiben, Härtegrad, Umfangsgeschwindigkeit, Arbeitssicherheit, Schleifbrand, Honen und Läppen.
Darum geht es
Schleifen ist Spanen mit vielen unbestimmten Schneiden. Die Bezeichnung eines Schleifkörpers nennt der Reihe nach das Schleifmittel, die Körnung, den Härtegrad, das Gefüge und die Bindung. Schleifmittel sind etwa Korund (A) für Stahl, Siliciumcarbid (C) für Grauguss und Hartmetall sowie kubisches Bornitrid und Diamant. Die Körnung gibt die Korngröße an, große Zahlen bedeuten feines Korn. Der Härtegrad von A bis Z beschreibt, wie fest die Bindung die Körner hält, nicht die Härte der Körner. Das Gefüge beschreibt den Abstand der Körner, die Bindung ist zum Beispiel keramisch (V) oder Kunstharz (B).
Für harte Werkstücke wählt man weiche Scheiben, damit stumpfe Körner ausbrechen und neue, scharfe Körner nachkommen; für weiche Werkstücke harte Scheiben. Ist die Scheibe zu hart, die Zustellung zu groß oder fehlt Kühlung, entsteht Schleifbrand mit Anlassfarben, Härteverlust und Rissen. Abrichten stellt Rundlauf und Profil wieder her und legt frische Körner frei. Beim Außenrundschleifen unterscheidet man Längsschleifen mit Längsvorschub und Einstechschleifen, bei dem die Scheibe nur radial zugestellt wird.
Schleifscheiben sind bruchgefährdet. Die zulässige Umfangsgeschwindigkeit steht auf der Scheibe und darf nie überschritten werden. Vor dem Aufspannen keramischer Scheiben macht man eine Klangprobe, beim ersten Lauf steht niemand in der Drehebene. Am Schleifbock werden Werkstückauflage und Schutzhaube eng nachgestellt, und es wird eine Schutzbrille getragen. Feinbearbeitung wie Honen erzeugt in Zylinderbohrungen eine sehr genaue Form und ein Kreuzschliffbild, Läppen sehr ebene und glatte Flächen.
Das solltest du dir merken
- Der Härtegrad gibt die Bindungsfestigkeit an, nicht die Härte des Korns.
- Harter Werkstoff, weiche Scheibe; weicher Werkstoff, harte Scheibe.
- Die zulässige Umfangsgeschwindigkeit der Scheibe nie überschreiten.
- Schleifbrand zeigt sich durch Anlassfarben und feine Risse.
- Honen ist die typische Endbearbeitung von Zylinderbohrungen.
Formeln
- Umfangsgeschwindigkeit der Schleifscheibe
- in m/s, Scheibendurchmesser in mm, Drehzahl in 1/min
Typische Fehler in der Prüfung
- Den Härtegrad der Scheibe als Härte der Schleifkörner verstanden und für harten Stahl eine harte Scheibe gewählt.
- Die Umfangsgeschwindigkeit in m/min statt in m/s angegeben.
- Eine Scheibe mit Riss oder ohne Klangprobe aufgespannt.
- Schleifbrand nur für ein Schönheitsproblem gehalten, obwohl das Bauteil dort weich und rissig wird.
Tipps aus der Werkstatt
- Für harte Werkstoffe nimmst du eine weiche Schleifscheibe, für weiche Werkstoffe eine harte. Eine weiche Bindung gibt stumpfe Körner früher frei, so bleibt die Scheibe griffig. Vor dem Aufspannen immer die Klangprobe machen und die Höchstumfangsgeschwindigkeit beachten.
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11 Aufgaben zu „Schleifen und Feinbearbeitung“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Industriemechaniker, Lernfeld 5 (Fertigen von Einzelteilen mit Werkzeugmaschinen). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.