Lernfeld 4 · Prüfung Teil 1
Schmierstoffe und Schmierung
Schmierstoffe und Schmierung in der Instandhaltung: Reibungszustände, Viskosität ISO VG, HLP-Öl, NLGI-Klassen, Fettmenge und Schmierplan.
Darum geht es
Schmierstoffe trennen Gleitflächen, verringern Reibung und Verschleiß, führen Wärme ab, schützen vor Korrosion und dichten gegen Schmutz ab. Im Gleitlager unterscheidet man drei Reibungszustände. Bei Festkörperreibung berühren sich die Flächen direkt, bei Mischreibung tragen teils Rauheitsspitzen und teils der Schmierfilm, bei Flüssigkeitsreibung trennt ein tragender Schmierfilm die Flächen vollständig. Beim Anfahren und bei kleiner Drehzahl läuft ein Lager oft in der Mischreibung, deshalb verschleißt es dort am stärksten.
Die wichtigste Kennzahl eines Öls ist die Viskosität. Die ISO-Viskositätsklasse ISO VG gibt die mittlere kinematische Viskosität in mm²/s bei 40 °C an. Kurzzeichen nach DIN 51502 nennen die Ölart und Zusätze; HLP steht für ein Hydrauliköl mit Wirkstoffen gegen Korrosion und Alterung sowie gegen Verschleiß. Bei Fetten beschreibt die NLGI-Klasse die Konsistenz, also wie fest das Fett ist; für Wälzlager ist Klasse 2 üblich. Öle und Fette verschiedener Sorten werden nicht gemischt, weil sich Grundöle, Verdicker und Zusätze vertragen müssen.
Wälzlager brauchen wenig Fett. Zu viel Fett erhöht die Walkarbeit, das Lager wird heiß und das Fett altert schneller. Die Nachschmiermenge gibt der Lagerhersteller meist als Zahlenwertgleichung aus Außendurchmesser und Breite an. Vor dem Abschmieren wird der Schmiernippel gereinigt, damit kein Schmutz ins Lager gedrückt wird. Viele Schmierstellen versorgt eine Zentralschmieranlage oder ein Einzelpunktschmierer gleichmäßig; die Intervalle, Mengen und Sorten stehen im Schmierplan.
Das solltest du dir merken
- ISO VG nennt die kinematische Viskosität in mm²/s bei 40 °C.
- HLP ist Hydrauliköl mit Korrosions-, Alterungs- und Verschleißschutz.
- Die NLGI-Klasse beschreibt die Konsistenz eines Fetts, nicht seine Viskosität.
- Überschmierte Wälzlager werden heiß, weniger Fett ist oft mehr.
- Schmiernippel vor dem Abschmieren reinigen, Sorten nie mischen.
Formeln
- Nachschmiermenge bei seitlicher Schmierung (Zahlenwertgleichung)
- Fettmenge in g, Außendurchmesser des Lagers in mm, Lagerbreite in mm
- Laufzeit eines Einzelpunktschmierers
- Füllmenge in cm³, Fördermenge je Tag oder Monat, Laufzeit in derselben Zeiteinheit
Typische Fehler in der Prüfung
- ISO VG 46 als Temperatur oder als dynamische Viskosität gedeutet.
- Die NLGI-Klasse mit der Viskositätsklasse verwechselt.
- Ein Wälzlager bis zum Herausquellen abgeschmiert und die Erwärmung als normal angesehen.
- Ein ähnlich aussehendes Öl einer anderen Sorte nachgefüllt.
Tipps aus der Werkstatt
- Ein Schmierfett besteht aus Grundöl und Verdicker. Zu viel Fett im Wälzlager ist genauso schädlich wie zu wenig, weil es walkt und die Temperatur steigt. Den freien Lagerraum meist nur etwa zu einem Drittel bis zur Hälfte füllen und den Herstellerangaben folgen.
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13 Aufgaben zu „Schmierstoffe und Schmierung“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Industriemechaniker, Lernfeld 4 (Warten technischer Systeme). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.