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Lernfeld 2 · Prüfung Teil 1

Schneidstoffe, Werkzeuge und Kühlschmierstoffe

Schneidstoffe HSS, Hartmetall, Keramik und CBN, Beschichtungen, Schneidengeometrie und Kühlschmierstoffe im Betrieb verständlich erklärt.

11 Aufgaben dazu übenKostenlos, ohne Anmeldung, mit Lösungsweg

Darum geht es

Ein Schneidstoff muss härter sein als der Werkstoff, den er zerspant, und diese Härte auch bei Hitze behalten. Diese Warmhärte ist das wichtigste Unterscheidungsmerkmal. Werkzeugstahl wird schon bei rund 200 bis 300 °C weich. Schnellarbeitsstahl (HSS) hält etwa 600 °C aus, ist zäh, gut nachzuschleifen und deshalb Standard für Spiralbohrer, Gewindebohrer und Reibahlen. Hartmetall besteht aus Karbiden wie Wolframkarbid, die mit Kobalt gesintert sind; es bleibt bis etwa 1000 °C hart und erlaubt viel höhere Schnittgeschwindigkeiten, ist aber spröde. Wendeschneidplatten sind meist aus Hartmetall.

Für Sonderfälle gibt es Schneidkeramik für Guss und hohe Geschwindigkeiten, kubisches Bornitrid (CBN) für gehärteten Stahl beim Hartdrehen und polykristallinen Diamant für Aluminium und Nichteisenmetalle; Diamant eignet sich nicht für Stahl, weil er mit dem Eisen reagiert. Beschichtungen wie Titannitrid (TiN, goldfarben) oder Titanaluminiumnitrid setzen Reibung und Verschleiß herab und verlängern die Standzeit. An der Schneide selbst entscheiden die Winkel: Ein großer positiver Spanwinkel schneidet leicht und braucht wenig Kraft, schwächt aber den Schneidkeil; harte Werkstoffe brauchen einen kleineren Spanwinkel.

Kühlschmierstoffe kühlen Werkzeug und Werkstück, schmieren die Kontaktstelle, spülen Späne aus und schützen vor Korrosion. Wassermischbare Kühlschmierstoffe kühlen besonders gut, nichtwassermischbare Schneidöle schmieren besser. Wassermischbare müssen regelmäßig auf Konzentration, pH-Wert und Nitrit geprüft werden, sonst verkeimen sie. Hautkontakt kann Ekzeme auslösen; deshalb gelten Hautschutzplan, Absaugung von Nebel und Betriebsanweisung.

Das solltest du dir merken

  • Warmhärte steigt von Werkzeugstahl über HSS und Hartmetall zu Keramik und CBN.
  • HSS ist zäh und nachschleifbar, Hartmetall warmfest und verschleißfest, aber spröde.
  • Diamant für Aluminium und Nichteisenmetalle, nie für Stahl.
  • Ein großer positiver Spanwinkel senkt die Schnittkraft, schwächt aber die Schneide.
  • Kühlschmierstoff kühlt, schmiert, spült Späne aus und schützt vor Rost.

Typische Fehler in der Prüfung

  • Hartmetall für den zäheren Schneidstoff gehalten; zäher ist HSS, Hartmetall ist härter und warmfester.
  • Diamantwerkzeuge für Stahl gewählt.
  • Bei wassermischbarem Kühlschmierstoff Konzentration und pH-Wert nicht überwacht.

Tipps aus der Werkstatt

  • Je härter der Schneidstoff, desto höher die mögliche Schnittgeschwindigkeit, aber desto empfindlicher gegen Stöße: Werkzeugstahl, HSS, Hartmetall, Schneidkeramik, CBN, Diamant. Diamant eignet sich nicht für Stahl, weil er bei hoher Temperatur mit dem Eisen reagiert.

Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.

11 Aufgaben zu „Schneidstoffe, Werkzeuge und Kühlschmierstoffe“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.

Jetzt üben

Grundlage: KMK-Rahmenlehrplan Industriemechaniker, Lernfeld 2 (Fertigen von Bauelementen mit Maschinen); DGUV Regel 109-003 (Kühlschmierstoffe) sinngemäß. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.