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Lernfeld 2 · Prüfung Teil 1

Bohren, Senken, Reiben und Gewindeschneiden

Bohren, Senken, Reiben und Gewindeschneiden im Industriebetrieb: Bohrertypen, Kernloch, Reibzugabe und Gewindebohrer richtig wählen.

13 Aufgaben dazu übenKostenlos, ohne Anmeldung, mit Lösungsweg

Darum geht es

Bohren erzeugt die Grundform einer Bohrung, Senken, Reiben und Gewindeschneiden machen daraus das fertige Funktionselement. Der Spiralbohrer aus HSS ist das Standardwerkzeug; sein Spitzenwinkel liegt meist bei 118°, bei Hartmetallbohrern oft bei 140°. Nach DIN 1414 gibt es Typ N für normale Stähle, Typ H mit kleinem Drallwinkel für harte, kurzspanende Werkstoffe und Typ W mit großem Drallwinkel für weiche, langspanende Werkstoffe wie Aluminium, damit die Späne gut abfließen. Für tiefe Bohrungen musst du den Bohrer zum Entspänen immer wieder lüften.

Mit dem Kegelsenker entgratest du Bohrungen und stellst Senkungen für Senkschrauben her, meist mit 90°. Für Zylinderschrauben mit Innensechskant brauchst du eine zylindrische Einsenkung, die ein Flachsenker mit Führungszapfen herstellt. Reiben macht eine Bohrung maßgenau und glatt, etwa für Passstifte mit H7. Dazu bohrst du mit einer kleinen Reibzugabe vor, die mit dem Durchmesser wächst und bei kleinen Bohrungen nur wenige Zehntel Millimeter beträgt. Die Reibahle dreht immer in Schnittrichtung, auch beim Herausziehen, sonst brechen die Schneiden aus.

Für ein Innengewinde bohrst du zuerst das Kernloch. Beim metrischen ISO-Gewinde gilt als Faustformel Nenndurchmesser minus Steigung, genauer stehen die Werte in der Tabelle. Ein zu kleines Kernloch lässt den Gewindebohrer klemmen und brechen, ein zu großes ergibt zu flache Gewindegänge, die bei Belastung ausreißen. Für Durchgangsgewinde an der Maschine eignen sich Gewindebohrer mit Schälanschnitt, der die Späne nach vorn schiebt, für Grundlöcher solche mit Spiralnut, die die Späne nach oben fördern. Beim Schneiden von Hand den Gewindebohrer senkrecht ansetzen, Schneidöl verwenden und bei Bedarf kurz zurückdrehen, damit der Span bricht.

Das solltest du dir merken

  • Typ N für Stahl, Typ H für harte und spröde, Typ W für weiche und langspanende Werkstoffe.
  • Kegelsenker für Senkschrauben, Flachsenker für Zylinderschrauben.
  • Die Reibahle immer in Schnittrichtung drehen, auch beim Herausziehen.
  • Kernloch beim metrischen Regelgewinde etwa Nenndurchmesser minus Steigung.
  • Schälanschnitt für Durchgangsgewinde, Spiralnut für Grundlöcher.

Formeln

Kernlochdurchmesser (Faustformel)
Kernlochdurchmesser in mm, Gewindenenndurchmesser in mm, Steigung in mm
Vorbohrdurchmesser beim Reiben
Vorbohrdurchmesser, Nennmaß der Bohrung, Reibzugabe aus der Tabelle, alle in mm

Typische Fehler in der Prüfung

  • Beim Feingewinde mit der Steigung des Regelgewindes gerechnet; die Steigung steht hinter dem Mal-Zeichen, etwa M16 × 1,5.
  • Die Reibahle zum Herausnehmen rückwärts gedreht.
  • Für ein Grundloch einen Gewindebohrer mit Schälanschnitt gewählt, die Späne verstopfen den Grund.
  • Kernloch aus der Faustformel nicht auf den nächsten Tabellenwert für den Bohrer gerundet.

Tipps aus der Werkstatt

  • Kernlochdurchmesser für metrisches Regelgewinde: Nenndurchmesser minus Steigung. M6 → 5 mm, M8 → 6,8 mm, M10 → 8,5 mm, M12 → 10,2 mm. Im Sackloch das Kernloch tiefer bohren als die nutzbare Gewindelänge.

Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.

13 Aufgaben zu „Bohren, Senken, Reiben und Gewindeschneiden“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.

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Grundlage: KMK-Rahmenlehrplan Industriemechaniker, Lernfeld 2 (Fertigen von Bauelementen mit Maschinen); DIN 1414, DIN 336. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.