Lernfeld 14 · Prüfung Teil 2
Kalkulation und Wirtschaftlichkeit
Aufträge kalkulieren: Einzel- und Gemeinkosten, Zuschlagskalkulation, Maschinenstundensatz, Auftragszeit, fixe und variable Kosten und Gewinnschwelle.
Darum geht es
Bevor dein Betrieb ein Angebot abgibt, rechnet er aus, was der Auftrag kostet. Einzelkosten lassen sich dem Auftrag direkt zuordnen, etwa das Rundmaterial für die Flansche und die Lohnstunden an der Drehmaschine. Gemeinkosten fallen für den ganzen Betrieb an, zum Beispiel Hallenmiete, Heizung, Meister und Verwaltung. Sie werden über Zuschlagssätze in Prozent auf die Einzelkosten verteilt.
In der Zuschlagskalkulation addierst du Materialeinzelkosten und Materialgemeinkosten zu den Materialkosten, Fertigungslohn und Fertigungsgemeinkosten zu den Fertigungskosten. Zusammen ergeben sie die Herstellkosten. Mit dem Zuschlag für Verwaltung und Vertrieb kommst du zu den Selbstkosten, danach folgen Gewinn und gegebenenfalls Rabatte bis zum Angebotspreis. In der Fertigung ersetzt der Maschinenstundensatz oft den Fertigungsgemeinkostenzuschlag; er enthält Abschreibung, Zinsen, Raum-, Energie- und Instandhaltungskosten der Maschine.
Die Auftragszeit besteht aus der Rüstzeit, die einmal je Auftrag anfällt, und der Ausführungszeit, also Menge mal Zeit je Einheit. Fixe Kosten bleiben gleich, egal wie viel produziert wird; variable Kosten wachsen mit der Stückzahl. Deshalb sinken die Stückkosten bei großen Losen. Ab der Gewinnschwelle, dem Break-even-Punkt, decken die Erlöse alle fixen und variablen Kosten.
Das solltest du dir merken
- Einzelkosten direkt zurechnen, Gemeinkosten über Zuschläge verteilen.
- Materialkosten plus Fertigungskosten ergeben die Herstellkosten.
- Herstellkosten plus Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten ergeben die Selbstkosten.
- Die Rüstzeit fällt je Auftrag einmal an, die Zeit je Einheit für jedes Stück.
- Große Stückzahlen verteilen die fixen Kosten auf mehr Teile und senken die Stückkosten.
Formeln
- Herstellkosten
- Herstellkosten, Materialeinzelkosten, Fertigungslohnkosten, und Zuschlagssätze als Dezimalzahl
- Auftragszeit
- Auftragszeit, Rüstzeit, Menge, Zeit je Einheit
- Gewinnschwelle
- Stückzahl, fixe Kosten in €, Preis je Stück, variable Kosten je Stück
Typische Fehler in der Prüfung
- Den Verwaltungs- und Vertriebszuschlag auf die Materialkosten statt auf die Herstellkosten gerechnet.
- Die Rüstzeit mit der Stückzahl multipliziert.
- Prozentzuschläge addiert statt nacheinander auf die richtige Basis angewendet.
- Minuten und Stunden beim Stundensatz nicht umgerechnet.
Tipps aus der Werkstatt
- In der Zuschlagskalkulation kommen auf die Materialeinzelkosten die Materialgemeinkosten, auf die Fertigungslöhne die Fertigungsgemeinkosten. Zusammen ergeben sie die Herstellkosten, danach folgen Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten zu den Selbstkosten.
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12 Aufgaben zu „Kalkulation und Wirtschaftlichkeit“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Industriemechaniker, Lernfeld 14 (Planen und Realisieren technischer Systeme); REFA-Zeitgliederung sinngemäß. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.