Lernfeld 10 · Prüfung Teil 2
Anschlagen und Transportieren von Lasten
Lasten sicher anschlagen: Anschlagarten, Neigungswinkel, Strangkraft, Belastungstabelle, Farbkennzeichnung von Hebebändern und Ablegereife.
Darum geht es
Bevor eine Last angehoben wird, müssen Masse und Schwerpunkt bekannt sein. Danach richtet sich die Wahl der Anschlagmittel: Ketten, Drahtseile, Hebebänder oder Rundschlingen. Die Tragfähigkeit hängt von der Anschlagart ab. Im direkten Hub trägt eine Rundschlinge ihre volle Tragfähigkeit, im Schnürgang nur 80 Prozent, im Hängegang das Doppelte. Bei Mehrstranggehängen entscheidet der Neigungswinkel gegen die Senkrechte: Bis 45° gilt die höhere, von 45° bis 60° die kleinere Spalte der Belastungstabelle, über 60° wird nicht angeschlagen. Vierstranggehänge rechnet man so, als ob drei Stränge tragen; bei unsymmetrischer Last tragen oft nur zwei.
Die Strangkraft steigt mit dem Neigungswinkel, weil jeder Strang die Last schräg hält. Den Winkel bestimmt man aus Stranglänge und Abstand der Anschlagpunkte. Liegt der Schwerpunkt außermittig, kippt die Last, bis er senkrecht unter dem Haken liegt; dann helfen Kettenverkürzer oder eine Traverse. Scharfe Kanten zerschneiden Chemiefaserbänder, darum wird Kantenschutz untergelegt.
Anschlagmittel sind gekennzeichnet. Bei Hebebändern und Rundschlingen zeigt die Farbe die Tragfähigkeit (violett 1 t, grün 2 t, gelb 3 t, grau 4 t, rot 5 t), die Farbe des Etiketts den Werkstoff. Ketten tragen die Güteklasse und einen Anhänger mit der Tragfähigkeit je Anschlagart. Vor jedem Einsatz prüft der Anschläger auf Ablegereife: bei Ketten Längung über 5 Prozent, Abnahme der Glieddicke über 10 Prozent, Risse oder Verformung; bei Bändern fehlendes Etikett, Schnitte oder Hitzeschäden. Anschlagen dürfen nur unterwiesene und beauftragte Beschäftigte.
Das solltest du dir merken
- Der Neigungswinkel wird gegen die Senkrechte gemessen, über 60° wird nicht angeschlagen.
- Vierstranggehänge rechnet man wie drei tragende Stränge.
- Im Schnürgang sinkt die Tragfähigkeit auf 80 Prozent.
- Bandfarbe zeigt die Tragfähigkeit, Etikettfarbe den Werkstoff.
- Ohne lesbares Etikett oder Anhänger ist ein Anschlagmittel nicht mehr zu benutzen.
Formeln
- Last je Strang
- Last je Strang in t, Masse der Last in t, Zahl der tragenden Stränge, Neigungswinkel gegen die Senkrechte
- Neigungswinkel aus der Geometrie
- Abstand der Anschlagpunkte, Stranglänge vom Haken bis zum Anschlagpunkt
Typische Fehler in der Prüfung
- Neigungswinkel gegen die Waagerechte statt gegen die Senkrechte gemessen.
- Bei vier Strängen mit vier statt drei tragenden Strängen gerechnet.
- Farbe des Etiketts als Tragfähigkeit gelesen.
- Hebeband zum Kürzen verknotet.
Tipps aus der Werkstatt
- Der Neigungswinkel zählt gegen die Senkrechte, über 60° ist Schluss. Last je Strang gleich Masse durch Stränge mal cos β, und beim Vierstranggehänge rechnest du mit drei tragenden Strängen. Bandfarbe zeigt die Tragfähigkeit, Etikettfarbe nur den Werkstoff.
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14 Aufgaben zu „Anschlagen und Transportieren von Lasten“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Industriemechaniker, Lernfeld 10 (Herstellen und Inbetriebnehmen von technischen Systemen); DGUV Regel 109-017. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.