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Prüfungsbereich LF 12b · Prüfung Teil 2

Angebot, Kosten und Wirtschaftlichkeit

Angebot, Kosten und Wirtschaftlichkeit kurz erklärt: Angebotskalkulation, Stundensatz, Nutzwertanalyse, TCO, Amortisation, Kauf und Leasing.

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Darum geht es

Für ein Angebot kalkulierst du vorwärts. Zu den Materialkosten kommt der Materialgemeinkostenzuschlag, zu den Lohnkosten der Gemeinkostenzuschlag. Die Summe sind die Selbstkosten. Darauf schlägst du den Gewinn auf und erhältst den Nettoangebotspreis, für Privatkunden kommt die Umsatzsteuer dazu. Rabatt und Skonto werden in der Vorwärtskalkulation vorher eingerechnet, damit nach ihrem Abzug der geplante Erlös bleibt.

Angebote mehrerer Anbieter vergleichst du nur, wenn sie dasselbe leisten. Erst prüfst du die Muss-Kriterien aus dem Lastenheft, ein Angebot, das eines verfehlt, scheidet aus. Danach bewertest du mit einer Nutzwertanalyse: Jedes Kriterium bekommt eine Gewichtung, jedes Angebot Punkte, und die Summe der gewichteten Punkte entscheidet.

Der Kaufpreis allein sagt wenig. Die Gesamtkosten über die Nutzungsdauer, die TCO, enthalten auch Strom, Wartung, Lizenzen, Support und Personalaufwand. Ein teureres Angebot kann sich lohnen, wenn es laufend Kosten spart. Wie schnell, zeigt die statische Amortisationsrechnung.

Bei der Finanzierung stehen Kauf, Leasing und Miete zur Wahl. Kauf bindet Kapital, Leasing schont die Liquidität, kostet über die Laufzeit aber meist mehr. Bei einem Festpreis im Werkvertrag trägt dein Betrieb das Risiko, wenn der Aufwand höher ausfällt als geplant.

Das solltest du dir merken

  • Erst Muss-Kriterien prüfen, dann Nutzwertanalyse.
  • Selbstkosten plus Gewinn ergeben den Nettoangebotspreis.
  • Die TCO zählen, nicht nur der Kaufpreis.
  • Amortisationsdauer gleich Mehrkosten geteilt durch jährliche Ersparnis.

Formeln

Nutzwert
Nutzwert, Gewichtung des Kriteriums (Summe 100 %), vergebene Punkte
Selbstkosten
Materialkosten, Lohnkosten in €, , Gemeinkostenzuschläge als Dezimalzahl
Nettoangebotspreis
Selbstkosten in €, Gewinnzuschlag als Dezimalzahl
Statische Amortisationsdauer
Amortisationsdauer in Jahren, Investition oder Mehrkosten in €, jährliche Einsparung in €
Gesamtkosten über die Nutzungsdauer
Nutzungsdauer in Jahren, laufende Kosten je Jahr in €

Typische Fehler in der Prüfung

  • Angebot mit der höchsten Punktzahl gewählt, obwohl es ein Muss-Kriterium verfehlt.
  • Gewinnzuschlag auf den Bruttopreis statt auf die Selbstkosten gerechnet.
  • Nur Anschaffungskosten verglichen und laufende Kosten weggelassen.
  • Zuschläge in Prozent direkt multipliziert, ohne 1 zu addieren.

Tipps aus der Werkstatt

  • Kalkulation Schritt für Schritt: Einzelkosten plus Gemeinkostenzuschlag gibt die Selbstkosten, darauf der Gewinnzuschlag, ganz zum Schluss 19 % Umsatzsteuer. Zuschläge nie einfach addieren, jeder hat seine eigene Basis. Bei der Nutzwertanalyse zuerst die Muss-Kriterien prüfen, dann Gewicht mal Punkte summieren.

Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.

16 Aufgaben zu „Angebot, Kosten und Wirtschaftlichkeit“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.

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Grundlage: Rahmenlehrplan Fachinformatiker/-in (KMK 2020), Lernfeld 12b; Kosten- und Leistungsrechnung, Zuschlagskalkulation. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.