Lernfeld 13 · Prüfung Teil 2
Dokumentation und Übergabe
Dokumentation und Übergabe von Antriebssystemen: Prüfung nach DIN EN 60204-1, Prüfprotokolle, Revisionspläne, Parametersicherung, Einweisung und Abnahme.
Darum geht es
Ein umgebautes oder neues Antriebssystem ist erst fertig, wenn es geprüft, dokumentiert und übergeben ist. Die elektrische Ausrüstung von Maschinen wird nach DIN EN 60204-1 geprüft. Im spannungsfreien Zustand werden die Durchgängigkeit des Schutzleitersystems mit einem Strom von mindestens 0,2 A und der Isolationswiderstand gemessen, der bei 500 V Gleichspannung mindestens 1 MΩ betragen muss. Umrichter und Elektronik werden dafür abgeklemmt. Dazu kommen die Bedingungen für die automatische Abschaltung, der Schutz gegen Restspannung und die Funktionsprüfung mit allen Sicherheitsfunktionen.
Zur Dokumentation gehören die Schaltpläne im Revisionsstand, also so, wie die Anlage tatsächlich gebaut wurde, die Prüfprotokolle mit allen Messwerten, die Sicherung der Umrichterparameter und Programme, Betriebs- und Wartungsanleitungen, eine Ersatzteilliste und bei einer wesentlichen Veränderung die EU-Konformitätserklärung. Zugangsdaten werden geschützt an den Verantwortlichen übergeben. Für spätere Prüfungen gelten DIN EN 50678 nach einer Instandsetzung und DIN EN 50699 für Wiederholungsprüfungen elektrischer Geräte; die Fristen legt der Betreiber nach DGUV Vorschrift 3 auf Grundlage einer Gefährdungsbeurteilung fest.
Den Abschluss bilden Abnahme und Einweisung. Im Abnahmeprotokoll bestätigt der Kunde, dass die Anlage den vereinbarten Zustand hat, offene Restmängel werden mit Termin festgehalten. Das Bedienpersonal wird in Bedienung, Sicherheitsfunktionen, Störungsmeldungen und Wartung eingewiesen und bestätigt das mit Unterschrift. Mit der unterschriebenen Übergabe geht die Verantwortung für den Betrieb auf den Betreiber über.
Das solltest du dir merken
- Erst spannungsfrei messen, dann einschalten und die Funktionen prüfen.
- Der Isolationswiderstand nach DIN EN 60204-1 beträgt mindestens 1 MΩ bei 500 V DC.
- Schaltpläne werden im Revisionsstand übergeben, so wie tatsächlich gebaut.
- Ohne Parametersicherung dauert ein Gerätetausch oft Stunden statt Minuten.
- Einweisung und Übergabe werden schriftlich bestätigt.
Formeln
- Widerstand eines Schutzleiters
- Länge in m, für Kupfer, Querschnitt in mm²
- Abschaltbedingung im TN-System
- Schleifenimpedanz, Abschaltstrom des Schutzorgans, Spannung gegen Erde
Typische Fehler in der Prüfung
- Den Isolationswiderstand mit angeschlossenem Umrichter gemessen und Gerät oder Messwert verfälscht.
- Die alten Schaltpläne übergeben, obwohl bei der Inbetriebnahme Änderungen vorgenommen wurden.
- Die zurückgezogene DIN VDE 0701-0702 statt DIN EN 50678 und DIN EN 50699 genannt.
- Die Einweisung nur mündlich gemacht und nicht dokumentiert.
Tipps aus der Werkstatt
- Reihenfolge bei der Prüfung nach DIN EN 60204-1: erst spannungsfrei Schutzleiter und Isolation messen, Umrichter dabei abklemmen, dann einschalten und Funktionen samt Sicherheitsfunktionen prüfen. Übergib Pläne im Revisionsstand, Prüfprotokolle und die Parametersicherung, und lass Einweisung und Übergabe unterschreiben.
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12 Aufgaben zu „Dokumentation und Übergabe“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Elektroniker/-in für Maschinen und Antriebstechnik, Lernfeld 13 (Komplexe Antriebssysteme optimieren und anpassen). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.