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Lernfeld 13 · Prüfung Teil 2

Regler optimieren und Antriebe anpassen

Antriebsregelung optimieren: Kaskadenregelung, PI-Regler, Sprungantwort, Rampen, Beschleunigungsmoment, Bremsenergie, Feldschwächung und 87-Hz-Kennlinie.

15 Aufgaben dazu übenKostenlos, ohne Anmeldung, mit Lösungsweg

Darum geht es

Geregelte Antriebe arbeiten meist mit einer Kaskadenregelung: innen der Stromregler, der das Moment stellt, darüber der Drehzahlregler und bei Positionierachsen außen der Lageregler. Optimiert wird immer von innen nach außen, denn jeder äußere Regler sieht den inneren als Teil seiner Strecke. Bei der Inbetriebnahme gibt man zuerst die Daten vom Leistungsschild ein; eine Motoridentifikation im Stillstand und eine drehende Messung ermitteln dann das Motormodell und das Trägheitsmoment.

Die Güte eines Reglers zeigt die Sprungantwort, die man mit der Trace-Funktion des Umrichters aufzeichnet. Wichtige Kenngrößen sind Anregelzeit, Überschwingweite und Ausregelzeit. Schwingt die Drehzahl stark über, sind Proportionalverstärkung zu groß oder Nachstellzeit zu klein; bleibt eine Abweichung, fehlt ein I-Anteil. Großen Einfluss hat das Verhältnis der Trägheitsmomente von Last und Motor. Über ein Getriebe wirkt die Lastträgheit nur mit dem Quadrat der Übersetzung verkleinert auf die Motorwelle.

Zum Anpassen eines Antriebs an die Maschine gehören auch Rampen und Grenzen. Das Beschleunigungsmoment hängt von Trägheitsmoment, Drehzahländerung und Hochlaufzeit ab; ist die Rampe zu kurz, läuft der Antrieb in die Stromgrenze. Beim Bremsen arbeitet der Motor als Generator und lädt den Zwischenkreis auf; Abhilfe schaffen eine längere Rücklauframpe, ein Bremswiderstand oder eine Rückspeisung. Oberhalb der Bemessungsfrequenz liegt der Feldschwächbereich mit sinkendem Moment. Mit der 87-Hz-Kennlinie läuft ein Motor 230/400 V in Dreieck bis 87 Hz mit vollem Moment, wenn der Umrichter den Dreieckstrom liefern kann.

Das solltest du dir merken

  • Kaskadenregler werden von innen nach außen optimiert.
  • Starkes Überschwingen heißt Verstärkung verringern oder Nachstellzeit vergrößern.
  • Ohne I-Anteil bleibt unter Last eine Regelabweichung.
  • Zwischenkreis-Überspannung beim Bremsen löst man mit längerer Rampe oder Bremswiderstand.
  • Im Feldschwächbereich bleibt die Spannung konstant und das Moment sinkt.

Formeln

Beschleunigungsmoment
Trägheitsmoment in kg·m², Drehzahländerung in min⁻¹, Hochlaufzeit in s
Bewegungsenergie einer drehenden Masse
in J, Winkelgeschwindigkeit in s⁻¹
Auf die Motorwelle bezogenes Lastträgheitsmoment
Trägheitsmoment der Last, Übersetzung des Getriebes

Typische Fehler in der Prüfung

  • Den äußeren Lageregler zuerst eingestellt und danach den Drehzahlregler verändert.
  • Beim Beschleunigungsmoment die Drehzahl nicht in die Winkelgeschwindigkeit umgerechnet.
  • Bei Überspannung im Zwischenkreis die Rücklauframpe noch verkürzt.
  • Beim 87-Hz-Betrieb den Umrichter nur für den Sternstrom des Motors ausgelegt.

Tipps aus der Werkstatt

  • Regler optimierst du von innen nach außen: Strom, Drehzahl, Lage. Ändere immer nur einen Wert und zeichne die Sprungantwort mit dem Trace des Umrichters auf. Schwingt die Drehzahl über, Verstärkung verringern oder Nachstellzeit vergrößern. Schaltet der Umrichter beim Bremsen mit Überspannung ab, Rücklauframpe verlängern oder Bremswiderstand vorsehen.

Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.

15 Aufgaben zu „Regler optimieren und Antriebe anpassen“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.

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Grundlage: KMK-Rahmenlehrplan Elektroniker/-in für Maschinen und Antriebstechnik, Lernfeld 13 (Komplexe Antriebssysteme optimieren und anpassen). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.