Lernfeld 13 · Prüfung Teil 2
Prüfen nach DIN VDE 0100-600 und 0105-100
Prüfen nach DIN VDE 0100-600, 0105-100 und Geräteprüfung: Besichtigen, Erproben, Messen, Isolationswiderstand, Schleifenimpedanz und Grenzwerte.
Darum geht es
Eine neue oder geänderte Anlage wird vor der Inbetriebnahme nach DIN VDE 0100-600 erstgeprüft, bestehende Anlagen in Abständen nach DIN VDE 0105-100 wiederholt. Jede Prüfung besteht aus Besichtigen, Erproben und Messen und endet mit einem Prüfprotokoll. Gemessen wird in einer sinnvollen Reihenfolge: erst die Durchgängigkeit der Schutz- und Schutzpotentialausgleichsleiter, dann der Isolationswiderstand, danach die Wirksamkeit der automatischen Abschaltung über Schleifenimpedanz und RCD-Prüfung, außerdem Drehfeld und gegebenenfalls Spannungsfall.
Den Isolationswiderstand einer 230/400-V-Anlage misst du mit Gleichspannung im spannungsfreien Zustand; bei der Erstprüfung muss er mindestens betragen. Für die Abschaltung muss der Fehlerstrom groß genug sein, damit das Schutzorgan in der geforderten Zeit auslöst. Weil der Messwert bei kalter Leitung entsteht und Messunsicherheit hat, vergleicht man ihn in der Praxis mit zwei Dritteln des rechnerischen Grenzwerts.
Ortsveränderliche Geräte prüfst du nach Instandsetzung nach DIN EN 50678 und wiederkehrend nach DIN EN 50699 (VDE 0702). Bei Schutzklasse I misst du Schutzleiterwiderstand, Isolationswiderstand und Schutzleiter- oder Ersatzableitstrom. Der Schutzleiterwiderstand einer Leitung bis 5 m darf betragen, je weitere kommen hinzu, höchstens . Bei Schutzklasse II entfällt die Schutzleitermessung, gemessen werden Isolationswiderstand (mindestens ) und Berührungsstrom.
Das Messgerät muss zur Messstelle passen: Am Hausanschluss und im Vorzählerbereich brauchst du mindestens Messkategorie CAT IV.
Das solltest du dir merken
- Prüfen heißt Besichtigen, Erproben und Messen, alles wird protokolliert.
- Isolationsmessung bei 230/400 V mit 500 V DC, Erstprüfung mindestens 1 MΩ.
- Messwert der Schleifenimpedanz mit zwei Dritteln des Grenzwerts vergleichen.
- Schutzklasse II hat keinen Schutzleiter, daher keine Schutzleitermessung.
- Am Hausanschluss nur mit Messgeräten der Kategorie CAT IV messen.
Formeln
- Grenzwert der Schleifenimpedanz
- Nennspannung gegen Erde in V, Strom für Auslösung in der geforderten Zeit in A (Typ B , Typ C )
- Grenzwert für den Messwert
- gemessene Schleifenimpedanz in Ω; der Faktor berücksichtigt Erwärmung und Messunsicherheit
- Mindestkurzschlussstrom
- Kurzschlussstrom in A, muss mindestens erreichen
- Schutzleiterwiderstand bei Geräteleitungen
- Leitungslänge in m; höchstens
Typische Fehler in der Prüfung
- Isolationswiderstand gemessen, während Verbraucher mit Elektronik angeschlossen waren, ohne sie abzuklemmen oder L und N zu brücken.
- Messwert der Schleifenimpedanz direkt mit verglichen und den Faktor zwei Drittel vergessen.
- Bei einem Gerät der Schutzklasse II eine Schutzleitermessung verlangt.
- Messgerät mit zu niedriger Messkategorie am Hausanschluss eingesetzt.
Tipps aus der Werkstatt
- Erstprüfung in drei Stufen: Besichtigen, Erproben, Messen. Die Messungen gehen vom spannungsfreien zum spannungsführenden Zustand: Schutzleiter-Durchgang, Isolationswiderstand, dann Schleifenimpedanz und RCD.
- Merk dir die Prüfwerte paarweise: Isolationsmessung in 230/400-V-Anlagen mit 500 V DC, Mindestwert 1 MΩ. Für den RCD rechnest du R_A ≤ U_L / I_Δn, und ein Typ-A-RCD muss bei I_Δn in höchstens 300 ms auslösen.
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22 Aufgaben zu „Prüfen nach DIN VDE 0100-600 und 0105-100“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Elektroniker/-in (18.12.2020), Lernfeld 13 EGT; DIN VDE 0100-600; DIN VDE 0105-100; DIN EN 50678 und 50699. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.