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Lernfeld 13 · Prüfung Teil 2

Anlagen anpassen und erweitern

Bestehende Elektroanlagen anpassen und erweitern: Bestandsschutz, klassische Nullung, PEN-Aufteilung, Leistungsreserve und Prüfung nach Änderung.

21 Aufgaben dazu übenKostenlos, ohne Anmeldung, mit Lösungsweg

Darum geht es

Eine Anlage, die nach den Regeln zur Zeit ihrer Errichtung gebaut wurde, genießt Bestandsschutz. Das gilt aber nur, solange sie nicht geändert wird und keine Gefahr von ihr ausgeht. Erweiterst du sie, muss der neue Teil den heutigen Normen entsprechen, und du prüfst, ob der vorhandene Teil die Erweiterung sicher tragen kann, etwa Zuleitung, Absicherung und Schutzmaßnahme. Für den geänderten Teil ist eine Erstprüfung nach DIN VDE 0100-600 durchzuführen.

Altanlagen mit klassischer Nullung haben den Schutzkontakt der Steckdose mit dem Neutralleiter verbunden. An solche Stromkreise darfst du keine neuen Stromkreise anschließen; ein RCD funktioniert dort nicht, denn der Fehlerstrom fließt über den Neutralleiter zurück. Neue Stromkreise mit RCD brauchen einen getrennten Schutz- und Neutralleiter; der PEN muss vor dem RCD aufgeteilt werden. Erkannte gefährliche Zustände teilst du dem Kunden schriftlich als Mangel mit.

Typische Erweiterungen sind Wallbox, Wärmepumpe oder Durchlauferhitzer. Zuerst klärst du, ob Hausanschluss, Hauptleitung und SLS die zusätzliche Last tragen; dazu addierst du die vorhandene Spitzenlast und den neuen Strom im am stärksten belasteten Außenleiter. Reicht das nicht, hilft ein Lastmanagement oder eine Verstärkung des Anschlusses. Viele Geräte sind zudem beim Netzbetreiber anzumelden.

Bei Bussystemen wie KNX gehört zur Anpassung, das neue Gerät mit der ETS einzubinden, Gruppenadressen zu verknüpfen, zu programmieren, zu testen und die Projektdatei als neue Dokumentation zu übergeben.

Das solltest du dir merken

  • Bestandsschutz endet für den Teil der Anlage, der geändert wird.
  • An klassische Nullung keine neuen Stromkreise anschließen.
  • Der PEN wird vor dem RCD in PE und N aufgeteilt.
  • Vor jeder Erweiterung Leistungsreserve von Anschluss und Hauptleitung prüfen.
  • Nach der Änderung Erstprüfung des geänderten Teils und Dokumentation anpassen.

Formeln

Strom je Außenleiter bei Drehstrom
Leistung in W, Außenleiterspannung 400 V, Leistungsfaktor
Belastung nach der Erweiterung
vorhandene Spitzenlast im Außenleiter, Strom des neuen Verbrauchers, Bemessungsstrom des SLS, alles in A

Typische Fehler in der Prüfung

  • Bestandsschutz auch für den neu hinzugefügten Teil angenommen.
  • Einen RCD in einen Stromkreis mit klassischer Nullung eingebaut.
  • Leistungsreserve des Hausanschlusses vor dem Einbau einer Wallbox nicht geprüft.
  • Nach einer Änderung nur den neuen Stromkreis gemessen, aber die Pläne nicht angepasst.

Tipps aus der Werkstatt

  • Bestandsschutz gilt für das, was du nicht anfasst. Alles, was du neu errichtest oder erweiterst, muss die heutige Norm erfüllen, zum Beispiel RCD-Schutz für neue Steckdosenstromkreise. Gefährliche Altanlagen meldest du dem Betreiber schriftlich.
  • Vor jeder Erweiterung einer Bus- oder KNX-Anlage besorgst du dir das aktuelle ETS-Projekt und die Pläne. Dann: Gerät einbinden, Adresse vergeben, Gruppenadressen verknüpfen, laden, testen und die Dokumentation nachführen.

Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.

21 Aufgaben zu „Anlagen anpassen und erweitern“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.

Jetzt üben

Grundlage: KMK-Rahmenlehrplan Elektroniker/-in (18.12.2020), Lernfeld 13 EGT; DIN VDE 0100-600; DIN VDE 0105-100; VDE-AR-N 4100. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.