Lernfeld 13 · Prüfung Teil 2
Fehlersuche und Instandhaltung
Systematische Fehlersuche und Instandhaltung in der Gebäudetechnik: Vorgehen, Messverfahren, typische Fehlerbilder und Begriffe nach DIN 31051.
Darum geht es
Fehlersuche gelingt mit System. Du befragst den Kunden nach dem Fehlerbild und wann es auftritt, siehst dir die Anlage an, grenzt den Fehler mit Messungen ein, behebst die Ursache, prüfst danach die Anlage und dokumentierst. Arbeiten unter Spannung sind nur zum Messen und Eingrenzen erlaubt, mit geeigneter Schutzausrüstung, isoliertem Werkzeug und einem Messgerät passender Kategorie. Für die Reparatur gelten die fünf Sicherheitsregeln.
Viele Fehlerbilder lassen sich typischen Ursachen zuordnen. Löst ein RCD sporadisch aus, ist oft ein schleichender Isolationsfehler durch Feuchte die Ursache; du suchst ihn mit Isolationsmessung je Stromkreis oder mit einer Leckstromzange. Sind in einem Mehrfamilienhaus Lampen in einer Wohnung zu hell und in der anderen zu dunkel, deutet das auf einen unterbrochenen Neutral- oder PEN-Leiter hin; der Sternpunkt verschiebt sich. Läuft ein Drehstrommotor nach Arbeiten am Netz falsch herum, hat sich das Drehfeld geändert. Glimmen LED-Leuchten im ausgeschalteten Zustand, sind kapazitive Einkopplung in lange Leitungen oder ein Schalter im Neutralleiter häufige Gründe.
Lose Klemmen sind gefährlich, weil an ihrem Übergangswiderstand Wärme entsteht, die mit dem Quadrat des Stroms wächst. In KNX-Anlagen siehst du mit dem Busmonitor der ETS, ob ein Gerät überhaupt Telegramme sendet.
Instandhaltung gliedert sich nach DIN 31051 in Wartung (Verschleiß verzögern), Inspektion (Zustand feststellen und beurteilen), Instandsetzung (Funktion wiederherstellen) und Verbesserung.
Das solltest du dir merken
- Erst Fehlerbild erfragen, dann eingrenzen, beheben, prüfen und dokumentieren.
- Stark unterschiedliche Spannungen zwischen Außenleiter und Neutralleiter deuten auf einen unterbrochenen Neutralleiter.
- Wärme an einer Klemme wächst mit dem Quadrat des Stroms.
- Wartung, Inspektion, Instandsetzung und Verbesserung sind die vier Arten der Instandhaltung.
Formeln
- Verlustleistung an einem Übergangswiderstand
- Leistung in W, Strom in A, Übergangswiderstand in Ω
Typische Fehler in der Prüfung
- Ohne Plan Bauteile getauscht, statt den Fehler durch Messen einzugrenzen.
- Nach der Reparatur die Prüfung und die Dokumentation weggelassen.
- Wartung und Inspektion verwechselt.
- Verlustleistung mit und der Netzspannung statt mit dem Spannungsfall an der Klemme berechnet.
Tipps aus der Werkstatt
- Fehlersuche läuft immer von außen nach innen: Fehlerbild aufnehmen, Kunden befragen, Sichtprüfung, dann messen und Stromkreise halbieren, bis die Ursache steht. Erst beheben, dann prüfen und dokumentieren.
- Zwei Klassiker: Ein RCD, der ohne Last auslöst, deutet auf einen Isolationsfehler oder eine N-PE-Brücke; ein Haus, in dem Lampen mal zu hell, mal zu dunkel sind, auf einen unterbrochenen Neutralleiter. Bei PV mit Minderertrag prüfst du Verschattung, Verschmutzung, Stringspannungen und die Wechselrichter-Meldungen.
Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.
21 Aufgaben zu „Fehlersuche und Instandhaltung“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Elektroniker/-in (18.12.2020), Lernfeld 13 EGT; DIN 31051; DIN VDE 0105-100. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.