Lernfeld 5 · Prüfung Teil 2
Prüfung von Anlagen und Geräten
Erstprüfung nach DIN VDE 0100-600 und Geräteprüfung nach DIN VDE 0701-0702: Besichtigen, Erproben, Messen und wichtige Grenzwerte.
Darum geht es
Eine neue oder geänderte Anlage darf erst in Betrieb gehen, wenn sie geprüft ist. Die Erstprüfung nach DIN VDE 0100-600 hat drei Teile: Besichtigen, Erproben und Messen. Beim Besichtigen kontrollierst du im spannungsfreien Zustand Auswahl, Kennzeichnung und Zustand der Betriebsmittel. Erproben heißt, Funktionen wie RCD-Prüftaste, Not-Halt oder Verriegelungen auszulösen.
Gemessen werden die Durchgängigkeit der Schutzleiter und des Potenzialausgleichs, der Isolationswiderstand, die Schleifenimpedanz oder der Erdungswiderstand und die Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen. Bei misst du die Isolation mit Gleichspannung, der Wert muss mindestens betragen. Eine unverzögerte RCD muss beim Bemessungsdifferenzstrom innerhalb von auslösen, die Berührungsspannung darf nicht überschreiten.
Ortsveränderliche Geräte prüfst du nach DIN VDE 0701-0702. Bei Schutzklasse I misst du den Schutzleiterwiderstand, bei Leitungen bis darf er höchstens betragen. Der Isolationswiderstand muss bei Schutzklasse I mindestens , bei Schutzklasse II mindestens erreichen. Danach folgen Schutzleiter- oder Berührungsstrom, Funktionsprüfung und Protokoll.
In der Prüfung zählt neben dem Grenzwert die richtige Methode: Welches Messgerät, an welcher Stelle, in welchem Zustand der Anlage.
Das solltest du dir merken
- Erstprüfung in der Reihenfolge Besichtigen, Erproben, Messen.
- Isolationsmessung nur an spannungsfreien Stromkreisen, empfindliche Geräte vorher abklemmen.
- Unverzögerte RCD löst beim Bemessungsdifferenzstrom in höchstens 300 ms aus.
- Schutzleiterwiderstand am Gerät bis 5 m Leitung höchstens 0,3 Ω.
- Jede Prüfung endet mit einem Prüfprotokoll.
Formeln
- Berührungsspannung bei RCD-Prüfung
- Berührungsspannung in V, Erdungswiderstand in Ω, Bemessungsdifferenzstrom in A
Typische Fehler in der Prüfung
- Grenzwerte von Schutzklasse I und II beim Isolationswiderstand verwechselt.
- Die Isolationsmessung mit angeschlossenen elektronischen Geräten durchgeführt; das kann sie beschädigen.
- Erproben und Messen gleichgesetzt; Erproben heißt Funktion auslösen, nicht Werte messen.
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ZufallszahlenEin ortsveränderliches Gerät der Schutzklasse I hat eine Anschlussleitung von Länge. Für den Schutzleiterwiderstand gilt ein Grenzwert von bis Leitungslänge; für jede weiteren angefangenen dürfen hinzugerechnet werden, insgesamt höchstens . Welchen Schutzleiterwiderstand in Ohm darf das Gerät höchstens haben? Geben Sie zwei Nachkommastellen an.
Tipps aus der Werkstatt
- Geräteprüfung immer in dieser Reihenfolge: Besichtigen, Schutzleiterwiderstand, Isolationswiderstand, Schutzleiter- bzw. Berührungsstrom, Funktionsprüfung. Erst wenn der Schutzleiter sicher ist, darf das Gerät unter Spannung.
- Grenzwerte als Dreier-Merkpack: Schutzleiter klein (0,3 Ω bis 5 m, je weitere 7,5 m plus 0,1 Ω, höchstens 1 Ω), Isolation groß (SK I 1 MΩ, SK II 2 MΩ, SK III 0,25 MΩ), Ableitstrom klein (SK I 3,5 mA, Berührungsstrom 0,5 mA). Prüfstrom mindestens 200 mA, Prüfspannung 500 V DC.
- Prüffristen als Richtwerte: ortsveränderlich 6 Monate, auf Baustellen 3 Monate, bei Fehlerquote unter 2 % verlängerbar (Büro bis 2 Jahre), ortsfeste Anlagen 4 Jahre. Die Rechenregel „Volt durch Mikroampere gleich Megaohm“ spart bei der Isolationsmessung die Zehnerpotenzen.
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21 Aufgaben zu „Prüfung von Anlagen und Geräten“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: Rahmenlehrplan Elektroniker/-in (KMK), Lernfeld 5; DIN VDE 0100-600, DIN VDE 0701-0702. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.