Lernfeld 5 · Prüfung Teil 2
Energieversorgung und Netzsysteme
TN-C, TN-S, TN-C-S, TT und IT verständlich erklärt: Bedeutung der Buchstaben, Erdung, Transformator und typische Prüfungsfehler.
Darum geht es
Ein Netzsystem beschreibt, wie die Stromquelle und die Körper der Betriebsmittel mit Erde verbunden sind. Der erste Buchstabe gilt für die Quelle: T heißt, ein Punkt (meist der Sternpunkt des Transformators) ist direkt geerdet, I heißt, alle aktiven Teile sind gegen Erde isoliert oder hochohmig geerdet. Der zweite Buchstabe gilt für die Körper: T bedeutet eigener Erder, N bedeutet Verbindung über den Schutzleiter mit dem geerdeten Sternpunkt.
Im TN-System folgen weitere Buchstaben. C steht für kombiniert, Neutralleiter und Schutzleiter laufen als PEN-Leiter gemeinsam. S steht für separat, N und PE sind getrennt. Im TN-C-S-System wird der PEN an einer Stelle aufgeteilt und danach nie wieder verbunden.
Im TT-System fließt der Fehlerstrom über das Erdreich zurück. Die Schleifenimpedanz ist deshalb groß, und ein Leitungsschutzschalter löst oft nicht schnell genug aus. Dort ist in der Regel eine Fehlerstrom-Schutzeinrichtung nötig. Das IT-System schaltet beim ersten Fehler nicht ab, eine Isolationsüberwachung meldet ihn.
Zur Energieversorgung gehört auch der Ortsnetztransformator. Aus seiner Scheinleistung und der Unterspannung berechnest du den Bemessungsstrom und damit, wie viel Leistung ein Netzabschnitt liefern kann. Große Verbraucher wie Ladeeinrichtungen oder Wärmepumpen müssen beim Netzbetreiber angemeldet oder genehmigt werden.
Das solltest du dir merken
- Erster Buchstabe Quelle (T oder I), zweiter Buchstabe Körper (T oder N).
- Ein PEN-Leiter darf nach der Aufteilung in N und PE nicht wieder verbunden werden.
- Im TT-System ist die Fehlerschleife über Erde hochohmig, deshalb schützt meist eine RCD.
- Im IT-System führt der erste Isolationsfehler nicht zur Abschaltung, er wird nur gemeldet.
Formeln
- Bemessungsstrom Drehstromtransformator
- Bemessungsstrom in A, Bemessungsscheinleistung in VA, Außenleiterspannung in V
- Abschaltbedingung TT mit RCD
- Summe aus Erder- und Schutzleiterwiderstand in Ω, Bemessungsdifferenzstrom der RCD in A
- Staberder (Näherung)
- spezifischer Erdwiderstand in Ω·m, Länge des Tiefenerders in m
Typische Fehler in der Prüfung
- Die Buchstaben verwechselt, zum Beispiel N als Neutralleiter statt als Verbindung zum Sternpunkt gedeutet.
- Beim Transformator die Strangspannung statt der Außenleiterspannung eingesetzt oder den Faktor vergessen.
- Im TT-System angenommen, ein Leitungsschutzschalter allein reiche für den Fehlerschutz.
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Eigene Zahlen bei jedem Klick, nach deiner Antwort der komplette Lösungsweg.
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ZufallszahlenIn einem TT-System hat der Anlagenerder einen Widerstand von . Der Fehlerschutz erfolgt durch einen RCD mit . Berechnen Sie die Berührungsspannung in Volt, die beim Bemessungsdifferenzstrom am Körper ansteht. Runden Sie auf eine Nachkommastelle.
Tipps aus der Werkstatt
- Im TN-System fließt der Fehlerstrom metallisch zurück: I = U₀ / Z_S, also hunderte Ampere, der LS-Schalter löst aus. Im TT-System geht er über Erde (R_A + R_B), oft nur wenige Ampere, deshalb braucht es den RCD und die Bedingung R_A · IΔn ≤ 50 V.
- Lies die Netzbezeichnung Buchstabe für Buchstabe: Der erste beschreibt die Erdung der Stromquelle, der zweite die Verbindung der Körper. T steht für „terre“ (direkt geerdet), I für „isoliert“, N für „neutre“ (mit dem Sternpunkt verbunden). Die Nachsilbe S oder C sagt nur, ob N und PE getrennt oder kombiniert geführt sind.
- Beim Bemessungsstrom eines Drehstromtransformators gehört die Wurzel 3 in den Nenner: I = S / (√3 · U). Nimm die Spannung der Seite, die gefragt ist, und rechne kVA vorher in VA um. Als Kontrolle: Auf der Niederspannungsseite ist der Strom immer deutlich größer als auf der Oberspannungsseite.
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18 Aufgaben zu „Energieversorgung und Netzsysteme“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: Rahmenlehrplan Elektroniker/-in (KMK), Lernfeld 5; DIN VDE 0100-100 und DIN VDE 0100-410. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.