Lernfeld 6 · Prüfung Teil 1
Hebezeuge, Anschlagmittel und Signale
Behälter und Anlagenteile sicher heben: Masse ermitteln, Strangkraft, Mehrstranggehänge an starren Lasten, Tragösen, Traversen und Handzeichen.
Darum geht es
Vor jedem Hub steht die Masse der Last fest. Bei Behältern rechnet man Mantel und Böden aus Abmessungen und Dichte oder übernimmt die Werte aus Stückliste und Typschild; Stutzen, Füße, Restflüssigkeit und Traversen kommen hinzu. Der Schwerpunkt muss unter dem Kranhaken liegen, sonst kippt die Last. Angeschlagen wird nur an den vorgesehenen Tragösen in ihrer Zugrichtung, nie an Stutzen, Flanschen oder Rohrleitungen.
Geneigte Stränge tragen mehr als ihren Anteil am Gewicht. Die Strangkraft ist das Gewicht geteilt durch die Zahl der tragenden Stränge und durch den Kosinus des Neigungswinkels gegen die Senkrechte; über 60° wird nicht angeschlagen. Die Belastungstabellen für Drei- und Vierstranggehänge gehen von drei tragenden Strängen aus. An starren Lasten tragen aber oft nur zwei Stränge; ist die gleichmäßige Verteilung nicht gesichert, rechnet man mit zwei. Eine Traverse hält die Stränge senkrecht, ihre Eigenmasse zählt zur Last.
Anschlagmittel werden vor jedem Gebrauch vom Benutzer sichtgeprüft und nach DGUV Regel 109-017 in Abständen von höchstens einem Jahr von einer befähigten Person, Rundstahlketten zusätzlich spätestens alle drei Jahre auf Risse; Teile ohne lesbare Kennzeichnung werden ausgesondert. Kranarbeiten folgen DGUV Vorschrift 52 und DGUV Regel 109-017. Ein Einweiser gibt die Handzeichen nach ASR A1.3, das Notstoppzeichen darf jeder geben. Großflächige Lasten im Freien werden bei Wind nur bis zu der vom Kranhersteller genannten Grenze und mit Leitseil gehoben.
Das solltest du dir merken
- Strangkraft = Gewichtskraft durch (tragende Stränge mal cos β).
- Vierstranggehänge an starrer Last wie zwei tragende Stränge bemessen.
- Nur an vorgesehenen Tragösen in Zugrichtung anschlagen, nie an Stutzen.
- Ohne lesbare Tragfähigkeit kein Einsatz, das Teil wird ausgesondert.
- Probehub, Gefahrenbereich absperren, Last mit Leitseil führen, nie unter die Last treten.
Formeln
- Strangkraft
- Kraft je Strang in N, Masse in kg, , tragende Stränge, Neigung gegen die Senkrechte
- Neigungswinkel aus der Geometrie
- Abstand der Anschlagpunkte, Stranglänge, beide in m
- Masse eines Mantels
- mittlerer Durchmesser, Länge, Wanddicke, alle in m, Dichte in kg/m³
Typische Fehler in der Prüfung
- Mit vier tragenden Strängen gerechnet, obwohl die Last starr ist.
- Den Winkel zwischen den Strängen statt gegen die Senkrechte eingesetzt.
- Die Masse der Traverse oder von Restflüssigkeit vergessen.
- Mit dem Sinus statt dem Kosinus des Neigungswinkels gerechnet.
Tipps aus der Werkstatt
- Strangkraft F = m · g / (n · cos β), β gegen die Senkrechte, nicht zwischen den Strängen. Vierstranggehänge an starrer Last: n = 2. Traverse und Restflüssigkeit zur Last rechnen. Angeschlagen wird nur an Tragösen, nie an Stutzen oder Rohrleitungen.
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14 Aufgaben zu „Hebezeuge, Anschlagmittel und Signale“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Anlagenmechaniker/-in (2004 i. d. F. 2018), Lernfeld 6 (Montieren und Transportieren von Bauelementen der Anlagentechnik); DGUV Regel 109-017, ASR A1.3. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.