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Lernfeld 6 · Prüfung Teil 1

Befestigungstechnik und Korrosionsschutz

Anlagenteile befestigen und vor Korrosion schützen: Fundament, Ausrichten und Vergießen, Anker, Kontakt- und Spaltkorrosion, Beizen und Beschichten.

13 Aufgaben dazu übenKostenlos, ohne Anmeldung, mit Lösungsweg

Darum geht es

Behälter und Pumpen stehen auf Fundamenten mit einbetonierten Ankerschrauben oder werden mit zugelassenen Ankern im Bestandsbeton befestigt. Man prüft das Fundament auf Lage, Höhe und Ankerabstände, setzt das Bauteil ab, richtet es mit Unterlegblechen oder Stellschrauben aus und füllt die Fuge mit schwindarmem Vergussmörtel. Nach dem Aushärten werden die Anker mit Drehmoment angezogen, zuletzt werden die Rohrleitungen spannungsfrei angeschlossen. Trägerklemmen und Montageschienen befestigen Halterungen ohne Schweißen.

Korrosion an Anlagenteilen entsteht oft an Kontaktstellen. Berühren sich Edelstahl und verzinkter oder unlegierter Stahl in feuchter Umgebung, korrodiert das unedlere Metall; isolierende Einlagen trennen sie. In Spalten unter Schellen, Dichtungen und Auflagern bleibt Wasser stehen, es bildet sich ein Belüftungselement. Wasser sammelnde Profile und fehlende Ablauföffnungen fördern Korrosion. Edelstahlschrauben A4 passen zu molybdänlegierten Werkstoffen wie 1.4404.

Anlauffarben an Edelstahlnähten werden gebeizt oder samt der chromarmen Zone darunter mit eisenfreiem Schleifmittel abgeschliffen, damit sich die Passivschicht neu bildet; bloßes Bürsten reicht oft nicht. Unlegierter Stahl wird feuerverzinkt oder beschichtet; die Schutzdauer einer Zinkschicht hängt von ihrer Dicke und dem jährlichen Abtrag in der Umgebung ab. Erdverlegte Leitungen schützt man zusätzlich kathodisch mit Magnesiumanoden oder Fremdstrom. Den Bedarf an Beschichtungsstoff berechnet man aus Fläche, Trockenschichtdicke und Festkörperanteil.

Das solltest du dir merken

  • Ausrichten, vergießen, aushärten lassen, dann Anker endgültig anziehen.
  • Verschiedene Metalle mit isolierender Einlage trennen.
  • Spalte unter Schellen und Auflagern sind typische Korrosionsstellen.
  • Anlauffarben beizen, nie mit Stahlbürste aus unlegiertem Stahl bearbeiten.
  • Opferanoden müssen unedler sein als Stahl, etwa Magnesium.

Formeln

Schutzdauer einer Zinkschicht
Schutzdauer in Jahren, Schichtdicke in µm, Abtrag in µm je Jahr; DIN EN ISO 9223 nennt dafür je Korrosivitätskategorie nur eine Spanne
Bedarf an Beschichtungsstoff
Bedarf in l ohne Verlust, Fläche in m², Trockenschichtdicke in µm, Festkörperanteil in Prozent
Oberfläche eines Zylinders mit ebenen Böden
Fläche in m², Durchmesser in m, Mantelhöhe in m

Typische Fehler in der Prüfung

  • Anker vor dem Vergießen voll angezogen; die Grundplatte verzieht sich.
  • Rohrleitungen vor dem Ausrichten angeschlossen; sie verspannen den Behälter.
  • Den Festkörperanteil vergessen und so zu wenig Beschichtungsstoff bestellt.
  • Edelstahlflansche mit verzinkten Stahlschrauben verschraubt.

Tipps aus der Werkstatt

  • Reihenfolge am Fundament: prüfen, absetzen, ausrichten, vergießen, aushärten lassen, Anker anziehen, zuletzt Rohre spannungsfrei anschließen. Beschichtungsbedarf V = A · DFT / (10 · Festkörper in %); wer den Festkörperanteil vergisst, bestellt zu wenig.

Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.

13 Aufgaben zu „Befestigungstechnik und Korrosionsschutz“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.

Jetzt üben

Grundlage: KMK-Rahmenlehrplan Anlagenmechaniker/-in (2004 i. d. F. 2018), Lernfeld 6 (Montieren und Transportieren von Bauelementen der Anlagentechnik). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.