Lernfeld 9 · Prüfung Teil 2
Trinkwasserhygiene, Zirkulation und Legionellen
Trinkwasserhygiene, Zirkulation und Legionellen nach DVGW W 551 erklärt: Temperaturen, Großanlage, Desinfektion und typische Prüfungsfehler.
Darum geht es
Legionellen vermehren sich vor allem bei Temperaturen zwischen etwa 25 °C und 45 °C und in Wasser, das lange steht. Über feinen Sprühnebel, zum Beispiel beim Duschen, gelangen sie in die Lunge. Deshalb muss warmes Trinkwasser warm genug bleiben, kaltes kalt genug, und das Wasser muss regelmäßig ausgetauscht werden.
Nach DVGW W 551 gilt eine Anlage als Großanlage, wenn der Speicher mehr als 400 l fasst oder eine Leitung zwischen Trinkwassererwärmer und Entnahmestelle mehr als 3 l enthält; die Zirkulation zählt dabei nicht mit. In Großanlagen muss das Warmwasser den Speicher mit mindestens 60 °C verlassen. Im Zirkulationssystem darf die Temperatur um höchstens 5 K fallen, am Rücklauf also mindestens 55 °C. Die Zirkulation darf höchstens 8 Stunden am Tag abgeschaltet werden.
Die Zirkulationsleitung hält das Warmwasser bis kurz vor die Zapfstelle in Bewegung und warm. In Gebäuden mit mehreren Strängen sorgen thermostatische Zirkulationsregulierventile dafür, dass jeder Strang genug Volumenstrom bekommt. Für eine thermische Desinfektion wird das System auf mindestens 70 °C gebracht und jede Entnahmestelle so lange gespült, bis dort diese Temperatur ansteht. Die Wärmeverluste der Zirkulation rechnest du über Länge mal Verlust je Meter mal Betriebsstunden.
Das solltest du dir merken
- Großanlage nach DVGW W 551 heißt mehr als 400 l Speicher oder mehr als 3 l Leitungsinhalt bis zur Zapfstelle.
- Großanlage mit mindestens 60 °C am Speicheraustritt und mindestens 55 °C im Zirkulationsrücklauf.
- Stagnation ist der größte Feind der Hygiene; Wasser muss regelmäßig fließen.
- Die Zirkulationspumpe darf höchstens 8 Stunden am Tag ruhen.
- Frischwasserstationen sind hygienisch günstig, weil kaum erwärmtes Trinkwasser bevorratet wird.
Formeln
- Wärmeverlust einer Leitung
- Wärmeverlust in Wh, Verlust je Meter in W/m, Leitungslänge in m, Betriebszeit in h
- Zirkulationsvolumenstrom
- Volumenstrom in l/h, Wärmeverlust in W, , zulässige Abkühlung in K
Typische Fehler in der Prüfung
- Die Grenze für Großanlagen am Speicherinhalt allein festgemacht und den Leitungsinhalt von 3 l vergessen.
- Speicher auf 50 °C gestellt, um Energie zu sparen, obwohl es sich um eine Großanlage handelt.
- Die Zirkulationsleitung beim Leitungsinhalt bis zur Zapfstelle mitgezählt.
- Bei der Jahresrechnung des Zirkulationsverlusts die Stunden je Jahr falsch angesetzt oder W und kW verwechselt.
Tipps aus der Werkstatt
- Legionellenschutz in Großanlagen: am Speicheraustritt mindestens 60 °C, im Zirkulationsrücklauf mindestens 55 °C. Lauwarmes, stehendes Wasser zwischen 25 und 50 °C ist der Nährboden.
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17 Aufgaben zu „Trinkwasserhygiene, Zirkulation und Legionellen“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Anlagenmechaniker/-in SHK (2016), Lernfeld 9; DVGW-Arbeitsblatt W 551; Trinkwasserverordnung. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.