Lernfeld 9 · Prüfung Teil 2
Elektrischer Anschluss von Trinkwassererwärmern
Elektrischer Anschluss von Durchlauferhitzern und Speichern: Leistung, Strom, Absicherung, Schutzklasse, Entlüften und die Befugnisse des Anlagenmechanikers.
Darum geht es
Elektrische Trinkwassererwärmer brauchen viel Leistung. Ein Durchlauferhitzer mit 21 kW nimmt an 400 V rund 30 A je Außenleiter auf, mit 27 kW rund 39 A. Daraus folgen Absicherung und Leitungsquerschnitt nach der Regel: Betriebsstrom höchstens Nennstrom des Schutzorgans, dieser höchstens Strombelastbarkeit der Leitung. Geräte mit Metallgehäuse sind Schutzklasse I und brauchen einen Schutzleiter. Durchlauferhitzer werden fest angeschlossen; nach den Technischen Anschlussbedingungen sind sie beim Netzbetreiber anzumelden, je nach Leistung ist auch seine Zustimmung nötig. Das übernimmt der eingetragene Elektrobetrieb. Reicht die Anschlussleistung knapp nicht, sorgt ein Lastabwurfrelais dafür, dass ein zweiter großer Verbraucher abschaltet, solange der Durchlauferhitzer heizt.
Wer was darf, ist klar geregelt. Neue Stromkreise, Schutzorgane und Leitungen errichtet nur ein im Installateurverzeichnis eingetragener Elektrobetrieb. Eine Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten darf nach ihrer Ausbildung und schriftlichen Bestellung durch den Unternehmer nur die dort festgelegten Arbeiten ausführen: Geräte des eigenen Gewerks ab der vorhandenen Anschlussstelle anschließen, tauschen, instand setzen und prüfen. Eine elektrotechnisch unterwiesene Person arbeitet nur unter Leitung und Aufsicht einer Elektrofachkraft mit. Vor jeder Arbeit gelten die fünf Sicherheitsregeln.
Bei der Inbetriebnahme kommt die Wasserseite vor der Elektrik: Ein Durchlauferhitzer mit Blankdraht-Heizsystem wird bei ausgeschalteten Sicherungen entlüftet, bis das Wasser blasenfrei läuft, sonst brennt der Heizdraht durch. Speicher haben einen Sicherheitstemperaturbegrenzer, der bei Reglerversagen allpolig abschaltet und erst nach der Ursachensuche von Hand zurückgesetzt wird. Zur Fehlersuche misst man im freigeschalteten Zustand den Widerstand der Heizelemente; bei gleichem Widerstand sinkt die Leistung mit dem Quadrat der Spannung.
Das solltest du dir merken
- Betriebsstrom ≤ Nennstrom der Sicherung ≤ Strombelastbarkeit der Leitung.
- Neue Stromkreise nur durch einen eingetragenen Elektrobetrieb.
- Festgelegte Tätigkeiten beginnen an der vorhandenen Anschlussstelle.
- Durchlauferhitzer erst entlüften, dann die Sicherungen einschalten.
- Ein ausgelöster Sicherheitstemperaturbegrenzer verlangt eine Ursachensuche.
Formeln
- Strom bei Drehstrom (ohmsche Last)
- Leistung in W, Außenleiterspannung, Strom je Außenleiter in A
- Widerstand eines Heizelements
- Spannung am Element in V, Leistung des Elements in W
- Leistung bei anderer Spannung
- gilt bei gleichbleibendem Widerstand, und Bemessungswerte
Typische Fehler in der Prüfung
- Beim Drehstrom durch 400 V statt durch Wurzel 3 mal 400 V geteilt.
- Den Durchlauferhitzer nach Arbeiten an der Wasserleitung ohne Entlüften eingeschaltet.
- Als Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten einen neuen Stromkreis angelegt.
- Den Sicherheitstemperaturbegrenzer zurückgesetzt, ohne den Regler zu prüfen.
Tipps aus der Werkstatt
- Drehstrom-Durchlauferhitzer: Strom gleich Leistung durch Wurzel 3 mal 400 V, also 21 kW rund 30 A, 27 kW rund 39 A. Vor dem Einschalten der Sicherungen immer entlüften. Neue Stromkreise legt nur ein eingetragener Elektrobetrieb an; als Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten arbeitest du erst ab der vorhandenen Anschlussstelle.
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14 Aufgaben zu „Elektrischer Anschluss von Trinkwassererwärmern“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Anlagenmechaniker/-in SHK (2016), Lernfeld 9; DGUV Vorschrift 3; DIN VDE 1000-10; NAV § 13. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.