Lernfeld 5 · Prüfung Teil 1
Druckprüfung von Trinkwasserinstallationen
Druckprüfung von Trinkwasserinstallationen mit Luft, Inertgas oder Wasser: Dichtheitsprüfung, Belastungsprüfung, Prüfzeiten und Prüfprotokoll.
Darum geht es
Jede neue Trinkwasserinstallation wird vor dem Verschließen der Wände auf Dichtheit geprüft, solange alle Verbindungen sichtbar sind. Welches Prüfmedium passt, entscheidet die Hygiene: Geht die Anlage erst Wochen später in Betrieb, wird trocken mit ölfreier Druckluft oder einem Inertgas wie Stickstoff geprüft, denn eine einmal gefüllte Leitung lässt sich nicht wieder ganz entleeren und stehendes Wasser verkeimt. Mit Wasser prüft man nur, wenn die Anlage danach gefüllt bleibt und bald genutzt wird; der Prüfdruck beträgt dann sinngemäß das 1,1-Fache des höchsten Betriebsdrucks.
Mit Luft wird nach dem ZVSHK-Merkblatt in zwei Schritten geprüft. Die Dichtheitsprüfung läuft mit 150 hPa; nach einer Anpassungszeit für den Temperaturausgleich beträgt die Prüfzeit bis 100 l Leitungsvolumen mindestens 120 Minuten, je weitere 100 l kommen 20 Minuten hinzu. Danach folgt die Belastungsprüfung mit höchstens 3 bar bis DN 50 und höchstens 1 bar bei größeren Nennweiten. Der Druck ist bewusst niedrig, weil verdichtetes Gas viel Energie speichert und ein Bruch gefährlich wäre.
Schon kleine Temperaturänderungen verändern den Druck in der Leitung: 2 K Abkühlung lassen 150 hPa Prüfdruck um rund 8 hPa fallen. Darum wird erst nach der Anpassungszeit abgelesen. Bauteile, die den Prüfdruck nicht vertragen, werden abgetrennt, offene Enden verschlossen. Fällt der Druck, sucht man mit Lecksuchmittel, macht die Leitung drucklos, erneuert die Verbindung und wiederholt die ganze Prüfung. Alles steht im Prüfprotokoll: Medium, Drücke, Zeiten, Ergebnis und Unterschriften.
Das solltest du dir merken
- Lange Standzeit bis zur Nutzung heißt trocken prüfen mit Luft oder Inertgas.
- Dichtheitsprüfung mit 150 hPa, Belastungsprüfung höchstens 3 bar bis DN 50.
- Prüfzeit 120 Minuten bis 100 l, je weitere 100 l plus 20 Minuten.
- Vor dem Ablesen die Anpassungszeit für den Temperaturausgleich abwarten.
- Ohne unterschriebenes Prüfprotokoll gibt es keinen Nachweis der Dichtheit.
Formeln
- Prüfzeit der Dichtheitsprüfung mit Luft
- Mindestprüfzeit, Leitungsvolumen in l (ab 100 l)
- Druck bei Temperaturänderung (gleiches Volumen)
- absoluter Druck (Überdruck plus Luftdruck), absolute Temperatur in K
Typische Fehler in der Prüfung
- Mit Überdruck und Grad Celsius statt mit Absolutdruck und Kelvin gerechnet.
- Die Belastungsprüfung mit Luft auf den Wasserprüfdruck von 11 bar gefahren.
- Druckabfall durch Abkühlung für ein Leck gehalten, weil die Anpassungszeit fehlte.
- Nach einer Reparatur nur die undichte Stelle nachgeprüft statt die ganze Prüfung zu wiederholen.
Tipps aus der Werkstatt
- Prüfen mit Luft: erst Dichtheitsprüfung mit 150 hPa, 120 Minuten bis 100 l und je weitere 100 l plus 20 Minuten, dann Belastungsprüfung mit höchstens 3 bar bis DN 50. Druckabfall gleich zu Beginn ist oft nur Abkühlung, darum die Anpassungszeit abwarten. Gerechnet wird mit Absolutdruck und Kelvin.
Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.
14 Aufgaben zu „Druckprüfung von Trinkwasserinstallationen“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Anlagenmechaniker/-in SHK (2016), Lernfeld 5; DIN EN 806-4; ZVSHK-Merkblatt Dichtheitsprüfungen sinngemäß. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.