Lernfeld 9 · Prüfung Teil 2
Honen, Läppen und Feinstbearbeitung
Honen, Läppen und Feinstbearbeitung: Lang- und Kurzhubhonen, Kreuzschliff, Plateauhonen, Läppen, Hartdrehen und Glattwalzen im Überblick.
Darum geht es
Feinstbearbeitung verbessert Form und Oberfläche bereits geschliffener oder feingedrehter Flächen. Beim Langhubhonen drehen Honleisten mit gebundenem Korn in einer Bohrung und bewegen sich zugleich axial hin und her. Die Riefen kreuzen sich unter dem Kreuzungswinkel, der sich aus Axial- und Umfangsgeschwindigkeit ergibt. Weil das Werkzeug schwimmend aufgenommen ist, folgt es der vorhandenen Achse: Honen verbessert Rundheit, Zylinderform und Rauheit, aber nicht die Lage der Bohrung. Beim Plateauhonen bleiben tragende glatte Plateaus und tiefe Riefen als Ölspeicher stehen.
Beim Kurzhubhonen, auch Superfinish genannt, schwingt ein Honstein mit kleinem Hub auf einer rotierenden Außenfläche, etwa einer Lagerlaufbahn. Beim Läppen arbeitet loses Korn in einer Paste oder Flüssigkeit zwischen Läppscheibe und Werkstück. Es entstehen sehr ebene, planparallele Flächen mit richtungsloser Struktur, etwa an Dichtflächen und Endmaßen. Danach muss das Läppmittel gründlich entfernt werden.
Gehärtete Teile lassen sich auch mit geometrisch bestimmter Schneide fein bearbeiten: Beim Hartdrehen mit CBN-Schneiden ersetzt man oft das Schleifen kurzer Flächen. Glattwalzen ist dagegen umformend; eine Rolle drückt die Rauheitsspitzen ein und erzeugt Druckeigenspannungen, die die Dauerfestigkeit erhöhen. Welche Kette aus Weichbearbeitung, Härten, Schleifen und Feinstbearbeitung sinnvoll ist, hängt von Form, Toleranz und Stückzahl ab.
Das solltest du dir merken
- Honen verbessert Form und Oberfläche, aber nicht die Lage einer Bohrung.
- Der Kreuzungswinkel folgt aus Axial- und Umfangsgeschwindigkeit.
- Läppen arbeitet mit losem Korn und erzeugt ebene, richtungslose Flächen.
- Glattwalzen ist umformend und erzeugt Druckeigenspannungen.
- Hartdrehen mit CBN kann Schleifen an kurzen Flächen ersetzen.
Formeln
- Kreuzungswinkel beim Honen
- Axialgeschwindigkeit, Umfangsgeschwindigkeit des Honwerkzeugs, beide in m/min
- Umfangsgeschwindigkeit des Honwerkzeugs
- Bohrungsdurchmesser in m, Drehzahl in 1/min
Typische Fehler in der Prüfung
- Den halben Kreuzungswinkel als Kreuzungswinkel angegeben.
- Erwartet, dass Honen eine falsch liegende Bohrung an den Sollort bringt.
- Läppmittelreste nicht entfernt, sodass das Teil im Einsatz verschleißt.
Tipps aus der Werkstatt
- Honen folgt der vorhandenen Bohrungsachse: Es macht die Bohrung runder, zylindrischer und glatter, verschiebt sie aber nie an den richtigen Ort. Beim Kreuzungswinkel rechnest du mit dem Tangens erst den halben Winkel aus und verdoppelst ihn dann.
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13 Aufgaben zu „Honen, Läppen und Feinstbearbeitung“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Zerspanungsmechaniker/-in, Lernfeld 9 (Herstellen von Bauelementen durch Feinbearbeitungsverfahren). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.