Lernfeld 7 · Prüfung Teil 1
Schmieden, Glühfarben und Umformtemperaturen
Schmieden im Metallbau: Schmiedbarkeit, Glühfarben, Schmiedeverfahren, Werkzeuge, Härten und Anlassen einfacher Werkzeuge und Arbeitsschutz am Feuer.
Darum geht es
Schmieden ist Warmumformen durch Druck oder Schlag. Schmiedbar sind Stähle, also Eisenwerkstoffe mit weniger als etwa 2 % Kohlenstoff; Gusseisen zerbricht dagegen. Unlegierter Baustahl wird etwa zwischen Hellgelb- und Hellrotglut geschmiedet, grob bei 1200 °C bis 850 °C; die genauen Grenzen hängen vom Kohlenstoffgehalt ab. Wird er weiß glühend und sprüht Funken, ist er verbrannt und unbrauchbar. Glühfarben schätzt man im Halbdunkel, weil helles Licht den Stahl kälter erscheinen lässt.
Die Grundverfahren sind Strecken, Stauchen, Absetzen, Spalten, Lochen, Biegen und Verdrehen (Tordieren). Beim Strecken mit der Finne fließt der Werkstoff quer zur Finnenschneide; liegt die Finne quer zum Stab, wird er länger. Im Gesenk entsteht ein genauer runder oder vierkantiger Querschnitt. Zum Arbeitsplatz gehören Esse, Amboss mit Horn und Vierkantloch, Hämmer, Setzhämmer, Gesenke und Zangen, deren Maul zum Querschnitt passen muss.
Einfache Werkzeuge wie Meißel oder Durchschläge schmiedet der Metallbauer aus Werkzeugstahl selbst. Nach dem Ausschmieden wird die Schneide gehärtet, blank geschliffen und angelassen, bis die passende Anlassfarbe erreicht ist; für Meißel etwa Braunrot bis Purpur. Am Feuer schützen Schutzbrille, Gehörschutz am Lufthammer, Kleidung aus Baumwolle oder Leder und eine Absaugung gegen Kohlenmonoxid.
Das solltest du dir merken
- Stahl ist schmiedbar, Gusseisen mit Lamellengraphit nicht.
- Baustahl etwa zwischen Hellgelb- und Hellrotglut schmieden; weiß glühend mit Funken heißt verbrannt.
- Der Werkstoff fließt quer zur Finne; Finne quer zum Stab streckt in die Länge.
- Gehärtete Meißelschneide blank schleifen und bis Braunrot bis Purpur anlassen.
- Zangenmaul passend zum Querschnitt wählen und die Zange zwischendurch kühlen.
Typische Fehler in der Prüfung
- Glühfarbe in der Sonne geschätzt und das Werkstück überhitzt.
- Unterhalb der Rotglut weitergeschlagen; das Gefüge verfestigt, an Kanten entstehen Risse und Falten.
- Anlassfarben mit Glühfarben verwechselt.
- Schmieden in Kunstfaserkleidung oder ohne Absaugung am Koksfeuer.
Tipps aus der Werkstatt
- Glühfarben im Halbdunkel schätzen, nie in der Sonne. Weiß glühend mit Funken heißt verbrannt und unbrauchbar. Glühfarbe ist nicht Anlassfarbe: Ein Meißel wird nach dem Härten blank geschliffen und bis Braunrot bis Purpur angelassen.
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13 Aufgaben zu „Schmieden, Glühfarben und Umformtemperaturen“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Metallbauer/-in (2002), Lernfeld 7 (Herstellen von Umformteilen). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.