Lernfeld 11 · Prüfung Teil 2
Fassadenbauweisen, Bauanschlussfugen und Befestigung
Fassadenbauweisen, Aufmaß und Maßordnung, Bauanschlussfuge nach dem Drei-Ebenen-Prinzip, Dicht- und Dämmstoffe, Befestigung und Montage von Fenstern.
Darum geht es
Bei der Pfosten-Riegel-Fassade fügt man Pfosten und Riegel am Bau zu einem Gitter und verglast mit Pressleisten; Elementfassaden kommen als vorgefertigte, verglaste Einheiten und werden eingehängt. Die vorgehängte hinterlüftete Fassade trennt Bekleidung und Dämmung durch eine Luftschicht, Structural Glazing klebt das Glas mit Silikon auf den Tragrahmen. Vor der Fertigung steht das Aufmaß: Lichtmaße an mehreren Stellen messen, Diagonalen und Lot prüfen, das kleinste Maß zugrunde legen und die Fugen abziehen. Bauzeichnungen nennen Baurichtmaße nach der Maßordnung im Hochbau, verbindlich für den Rahmen ist aber das Aufmaß.
Die Bauanschlussfuge folgt dem Drei-Ebenen-Prinzip: innen luftdicht und dampfbremsend, in der Mitte der Funktionsbereich mit Wärmedämmung, außen schlagregendicht und dampfdurchlässig. Dazu dienen Folien, vorkomprimierte Dichtbänder, Montageschaum und elastische Dichtstoffe. Dichtstofffugen werden mit Hinterfüllprofil so ausgebildet, dass der Dichtstoff nur an zwei Flanken haftet; ihre Breite richtet sich nach der Wärmedehnung des Bauteils und der zulässigen Verformung des Dichtstoffs.
Das Eigengewicht des Fensters geht über Tragklötze in den Baukörper, Wind- und Bedienkräfte übernehmen Rahmendübel, Justierschrauben oder Montageanker im Abstand nach Leitfaden und Systemvorgabe. Schaum dämmt, trägt aber nicht. Montageanweisungen des Herstellers und der Leitfaden zur Montage der RAL-Gütegemeinschaft beschreiben die Ausführung; am Ende stehen Funktionsprüfung, Einweisung des Kunden und Dokumentation.
Das solltest du dir merken
- Für den Rahmen zählt das kleinste gemessene Lichtmaß abzüglich der Fugen.
- Innen luftdicht, Mitte dämmen, außen schlagregendicht und diffusionsoffen.
- Lasten tragen Klötze und Befestigungsmittel, niemals Schaum, Folie oder Dichtband.
- Dichtstoff haftet nur an zwei Flanken, das Hinterfüllprofil verhindert die dritte.
- Fugenbreite aus Längenänderung und zulässiger Gesamtverformung des Dichtstoffs bestimmen.
Formeln
- Längenänderung durch Wärme
- in mm, Längenausdehnungskoeffizient in mm/(m·K), Aluminium etwa 0,024, Länge in m, in K
- Mindestbreite einer Dichtstofffuge
- Fugenbreite in mm, Bewegung der Fuge in mm, zulässige Gesamtverformung des Dichtstoffs als Dezimalzahl
Typische Fehler in der Prüfung
- Mit dem größten statt dem kleinsten Lichtmaß gerechnet; der Rahmen passt nicht in die Öffnung.
- Fenster nur eingeschäumt und nicht mechanisch befestigt.
- Dichtstoff mit Dreiflankenhaftung eingebracht; er reißt bei der ersten Bewegung.
- Vorkomprimiertes Band für den falschen Fugenbereich gewählt; die Fuge bleibt undicht.
Tipps aus der Werkstatt
- Aufmaß an drei Stellen, das kleinste Lichtmaß zählt, davon zweimal die Fuge abziehen. Lasten tragen Klötze und Dübel, niemals Schaum. Fugenbreite = Längenänderung geteilt durch die zulässige Verformung des Dichtstoffs, bei 25 % also das Vierfache.
Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.
13 Aufgaben zu „Fassadenbauweisen, Bauanschlussfugen und Befestigung“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Metallbauer/-in (2002), Lernfeld 11 (Herstellen von Fenstern, Fassaden und Glasanbauten); DIN 4172; Leitfaden zur Montage (RAL-Gütegemeinschaft). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.