Lernfeld 11 · Prüfung Teil 2
Instandsetzung und Qualitätssicherung
Instandsetzung und Qualitätssicherung kurz erklärt: Grundmaßnahmen nach DIN 31051, Ersatzteilwahl, Lagerwechsel, Dichtungen und Freigabe.
Darum geht es
Instandsetzung stellt eine Einheit wieder in den funktionsfähigen Zustand. Sie ist eine der vier Grundmaßnahmen der Instandhaltung nach DIN 31051, neben Wartung, Inspektion und Verbesserung. Vor dem Eingriff schaltest du frei und sicherst gegen Wiedereinschalten; bei Pneumatik und Hydraulik baust du den Druck ab.
Das Ersatzteil muss in allen wichtigen Daten passen. Bei einem Näherungsschalter sind das Bauform, Einbauart bündig oder nicht bündig, Schaltabstand, Ausgangsart und Schaltfunktion. Bei einem Wälzlager stehen Zusätze wie 2RS für beidseitige Dichtscheiben und 2Z für beidseitige Deckscheiben. Ersetzt du einen Zylinder durch einen anderen Durchmesser, ändert sich die Kraft mit der Kolbenfläche.
Beim Lagerwechsel ziehst du das alte Lager mit einem Abzieher ab, reinigst und prüfst den Sitz und montierst das neue Lager fachgerecht. Neue Dichtungen montierst du ohne scharfe Kanten, mit Montagehülse und leicht eingefettet.
Nach jeder Instandsetzung folgt die Prüfung. Bei elektrischen Arbeiten misst du Schutzleiter und Isolation, nach dem Tausch von Sicherheitsbauteilen prüfst du die Sicherheitsfunktion. Ein defektes Sicherheitsbauteil darf nie überbrückt werden, die Maschine bleibt bis zur Reparatur stillgesetzt. Ein Bauteil eines anderen Herstellers in einer Sicherheitsfunktion verlangt eine neue Bewertung.
Das solltest du dir merken
- Wartung, Inspektion, Instandsetzung und Verbesserung sind die vier Grundmaßnahmen nach DIN 31051.
- Ersatzteile in allen technischen Daten vergleichen, nicht nur in der Bauform.
- 2RS heißt beidseitig gedichtet, 2Z heißt beidseitig mit Deckscheiben.
- Nach jeder Instandsetzung prüfen und dokumentieren, dann erst freigeben.
- Defekte Sicherheitsbauteile nie überbrücken.
Formeln
- Kolbenkraft
- Kraft in N, Druck in Pa (), Kolbenfläche in m²
- Kolbenfläche
- Fläche, Kolbendurchmesser
- Drehzahl am Riementrieb
- Drehzahl in 1/min, wirksamer Scheibendurchmesser
Typische Fehler in der Prüfung
- Ersatzzylinder mit kleinerem Durchmesser ohne Kraftnachrechnung eingebaut.
- Bündigen und nicht bündigen Näherungsschalter verwechselt.
- Nach dem Tausch keine Schutzleiter- und Funktionsprüfung durchgeführt.
- Druck in bar ohne Umrechnung in Pa mit Fläche in m² gerechnet.
Tipps aus der Werkstatt
- Ein getauschtes Bauteil ist erst der halbe Weg: Frag immer, warum es ausgefallen ist. Ein neues Motorschutzrelais hilft nicht, wenn die Überlast bleibt. Einstellwerte übernehmen, Funktion prüfen, Ursache und Maßnahme im Protokoll festhalten.
- Sicherheitsbauteile ersetzt du nur gleichwertig: gleicher Performance Level, gleiche Kategorie, gleiche Funktion, Freigabe durch den Hersteller oder die verantwortliche Fachkraft und Nachweis in der Dokumentation. Ein anderes Fabrikat ist kein Ersatzteil, sondern eine Änderung.
Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.
20 Aufgaben zu „Instandsetzung und Qualitätssicherung“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: Rahmenlehrplan Mechatroniker/-in, Lernfeld 11 (KMK); DIN 31051 Grundlagen der Instandhaltung, DIN 623-1 Wälzlagerbezeichnung. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.