myLernwerk

Lernfeld 11 · Prüfung Teil 2

Inbetriebnahme und Prüfprotokolle

Inbetriebnahme und Prüfprotokolle kurz erklärt: Prüfungen nach DIN EN 60204-1, Schleifenimpedanz, Isolation, Drehrichtung und Sicherheitsfunktionen.

23 Aufgaben dazu übenKostenlos, ohne Anmeldung, mit Lösungsweg

Darum geht es

Die Inbetriebnahme folgt einer festen Reihenfolge. Zuerst kommt die Sichtprüfung im spannungsfreien Zustand, dann die Messungen, danach das erste Einschalten, die Funktionsprüfungen und zum Schluss die Prüfung der Sicherheitsfunktionen und das Protokoll. Auch nach Transport und Wiederaufbau beim Kunden wird erneut geprüft.

DIN EN 60204-1 verlangt für die elektrische Ausrüstung von Maschinen unter anderem die Prüfung der Durchgängigkeit des Schutzleitersystems, die Messung des Isolationswiderstands, die Prüfung der Bedingungen für den Schutz durch automatische Abschaltung und Funktionsprüfungen. Der Isolationswiderstand zwischen aktiven Leitern und Schutzleiter muss mit 500 V Gleichspannung mindestens 1 MΩ betragen.

Für die automatische Abschaltung im TN-System muss die Schleifenimpedanz so klein sein, dass der Fehlerstrom das Schutzorgan rechtzeitig auslöst. Beim Leitungsschutzschalter mit C-Charakteristik rechnest du mit dem Zehnfachen des Bemessungsstroms. Im TT-System mit Fehlerstrom-Schutzeinrichtung darf die Berührungsspannung 50 V nicht überschreiten.

Beim ersten Einschalten von Motoren prüfst du im Tippbetrieb die Drehrichtung. Servoachsen verfährst du zuerst mit reduzierter Geschwindigkeit, nachdem Software-Endlagen und Grenzwerte eingestellt sind. Bei Pressen mit Lichtvorhang misst du die Nachlaufzeit, weil sie den Sicherheitsabstand bestimmt, und prüfst den Lichtvorhang mit einem Prüfstab passend zur Auflösung.

Das solltest du dir merken

  • Sichtprüfung, Messen, Einschalten, Funktion, Sicherheit, Protokoll.
  • Isolationswiderstand mindestens 1 MΩ bei 500 V DC nach DIN EN 60204-1.
  • Falsche Drehrichtung korrigierst du durch Tausch zweier Außenleiter.
  • Sicherheitsfunktionen werden validiert, nicht nur einmal kurz ausprobiert.

Formeln

Abschaltbedingung im TN-System
Schleifenimpedanz in Ω, Spannung gegen Erde, Auslösestrom in A
Auslösestrom LS-Schalter C
Strom für unverzögertes Auslösen in A, Bemessungsstrom in A
Bedingung im TT-System
Erdungswiderstand plus Schutzleiter in Ω, Bemessungsdifferenzstrom des RCD in A
Schutzleiterwiderstand aus Messung
Widerstand in Ω, gemessener Spannungsfall in V, Prüfstrom in A

Typische Fehler in der Prüfung

  • Beim C-Automaten mit dem Fünffachen gerechnet; das gilt für die B-Charakteristik.
  • 30 mA nicht in 0,03 A umgerechnet.
  • Isolationsmessung bei angeschlossener Elektronik durchgeführt und Bauteile beschädigt.
  • Drehrichtung erst im Automatikbetrieb geprüft.

Tipps aus der Werkstatt

  • Erstinbetriebnahme Schritt für Schritt: Sichtprüfung, Schutzleiterdurchgang und Isolationswiderstand messen, Spannung anlegen, Sicherheitsfunktionen prüfen, Antriebe im Tippbetrieb einzeln testen, dann Automatikbetrieb, zuletzt Protokoll. Nie mit dem Automatikbetrieb anfangen.
  • Falsche Drehrichtung eines Drehstrommotors behebst du durch Tauschen zweier Außenleiter, und zwar spannungsfrei nach den fünf Sicherheitsregeln. Prüfe vorher, ob die Pumpe oder das Getriebe überhaupt rückwärts laufen darf.

Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.

23 Aufgaben zu „Inbetriebnahme und Prüfprotokolle“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.

Jetzt üben

Grundlage: Rahmenlehrplan Mechatroniker/-in, Lernfeld 11 (KMK); DIN EN 60204-1 Abschnitt 18, DIN VDE 0100-410, DIN VDE 0100-600. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.