Lernfeld 10 · Prüfung Teil 2
Arbeitsschutz bei Montage und Transport
Arbeitsschutz bei Montage und Transport kurz erklärt: Gefährdungsbeurteilung, TOP-Prinzip, Anschlagmittel, Neigungswinkel und Sicherheitszeichen.
Darum geht es
Nach dem Arbeitsschutzgesetz muss für jede Tätigkeit eine Gefährdungsbeurteilung vorliegen. Die Schutzmaßnahmen folgen einer festen Rangfolge: zuerst technische, dann organisatorische, zuletzt personenbezogene Maßnahmen (TOP). Wo möglich, steht davor die Substitution, also das Ersetzen eines gefährlichen Verfahrens. Montierst du bei einem Kunden, stimmst du dich mit dessen Verantwortlichen ab und lässt dich in die Gefahren vor Ort einweisen.
Beim Heben mit dem Kran prüfst du die Anschlagmittel vor jedem Einsatz auf Schäden. Ketten mit Rissen, Verformung oder fehlendem Anhänger werden ausgesondert. Rundschlingen erkennst du an ihrer Farbe, sie zeigt die Tragfähigkeit im direkten Hub. Unter schwebenden Lasten hält sich niemand auf, und einen Kran bedient nur, wer dazu unterwiesen und beauftragt ist.
Bei mehrsträngigen Anschlagmitteln steigt die Kraft im Strang mit dem Neigungswinkel. Je flacher die Stränge, desto größer die Last je Strang. Über 60° zur Senkrechten wird nicht angeschlagen. Sitzt der Schwerpunkt nicht mittig, tragen die Stränge ungleich; bei unsymmetrischer Last rechnest du vorsichtig.
Auf Hubarbeitsbühnen mit Arbeitskorb sicherst du dich mit Auffanggurt am Anschlagpunkt im Korb. Sicherheitszeichen nach DIN EN ISO 7010 unterscheiden sich durch Form und Farbe: Verbot rund mit rotem Rand, Warnung gelbes Dreieck, Gebot blau rund, Rettung grün eckig.
Das solltest du dir merken
- Technisch vor organisatorisch vor persönlich, so verlangt es das TOP-Prinzip.
- Anschlagmittel vor jedem Einsatz prüfen, beschädigte aussondern.
- Je größer der Neigungswinkel, desto größer die Strangkraft; über 60° nicht anschlagen.
- Nie unter schwebenden Lasten aufhalten.
Formeln
- Gewichtskraft
- Gewichtskraft in N, Masse in kg,
- Strangkraft bei symmetrischer Last
- Kraft je Strang in N, tragende Stränge, Neigungswinkel zur Senkrechten
Typische Fehler in der Prüfung
- Neigungswinkel zur Waagerechten statt zur Senkrechten eingesetzt.
- Persönliche Schutzausrüstung als erste Maßnahme gewählt.
- Bei vier Strängen und unsymmetrischer Last mit vier tragenden Strängen gerechnet.
- Masse in kg mit Kraft in N verwechselt.
Tipps aus der Werkstatt
- STOP-Prinzip: Erst Gefahr durch Ersatz beseitigen (Substitution), dann technische Maßnahmen (abschirmen), organisatorische (Unterweisung, Abläufe), zuletzt persönliche Schutzausrüstung. Vor Arbeiten an Fremdanlagen brauchst du Gefährdungsbeurteilung, Freigabe und Einweisung des Betreibers.
- Bei zwei Strängen teilt sich die Gewichtskraft nicht einfach durch zwei: Je schräger die Stränge, desto größer die Kraft je Strang. Rechne Gewichtskraft geteilt durch (2 · cos Neigungswinkel). Bei 60° Neigungswinkel trägt jeder Strang die volle Last.
Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.
16 Aufgaben zu „Arbeitsschutz bei Montage und Transport“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: Rahmenlehrplan Mechatroniker/-in, Lernfeld 10 (KMK); ArbSchG, DGUV Regel 109-017 Lastaufnahmeeinrichtungen, DIN EN ISO 7010. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.