Lernfeld 1 · Prüfung Teil 1
Technische Dokumentation und Regelwerke
Technische Dokumentation und Regelwerke für Mechatroniker: Zeichnungsarten, Stückliste, Schaltpläne, Datenblatt, Kennzeichnung und Normen.
Darum geht es
Zu einer mechatronischen Anlage gehört eine Dokumentation, mit der du sie aufbauen, betreiben und instand halten kannst. Die Gesamtzeichnung zeigt das ganze Erzeugnis, Gruppenzeichnungen zeigen Baugruppen, Einzelteilzeichnungen jedes zu fertigende Teil mit allen Maßen. Die Stückliste nennt Position, Menge, Einheit, Benennung, Norm oder Sachnummer und Werkstoff. Bei Baugruppen in der Stückliste multiplizierst du die Mengen über alle Ebenen.
Elektrische Abläufe beschreiben Schaltpläne. Im Stromlaufplan in aufgelöster Darstellung liegen die Stromwege in nummerierten Strompfaden, Spule und Kontakte eines Schützes stehen an verschiedenen Stellen. Der Übersichtsschaltplan zeigt die Struktur vereinfacht. Verfahrenstechnische Anlagen mit Behältern, Rohrleitungen und Messstellen stellt das R&I-Fließschema dar. Pneumatik und Hydraulik haben eigene Schaltpläne nach DIN ISO 1219.
Betriebsmittel werden nach DIN EN IEC 81346 gekennzeichnet: Das Gleichheitszeichen kennzeichnet die Funktion, das Pluszeichen den Ort und das Minuszeichen das Produkt. Kennbuchstaben geben die Aufgabe an, zum Beispiel B für Sensoren, M für Antriebe und F für Schutzgeräte. Technische Daten eines Bauteils, etwa der zulässige Druck oder der Schaltabstand, findest du verbindlich im Datenblatt des Herstellers.
Normen gibt es auf drei Ebenen: DIN national, EN europäisch und ISO oder IEC international. Normen sind Empfehlungen, gelten aber als anerkannte Regeln der Technik; Gesetze und Verordnungen sind dagegen verbindlich.
Das solltest du dir merken
- Gesamtzeichnung, Gruppenzeichnung und Einzelteilzeichnung bilden die Zeichnungsebenen.
- Im Stromlaufplan in aufgelöster Darstellung stehen Spule und Kontakte getrennt.
- Gleichheitszeichen Funktion, Pluszeichen Ort, Minuszeichen Produkt.
- Verbindliche Gerätedaten stehen im Datenblatt des Herstellers.
- DIN national, EN europäisch, ISO und IEC international.
Formeln
- Gesamtmenge über Stücklistenebenen
- Zahl der Erzeugnisse, Teile direkt im Erzeugnis, Zahl der Baugruppen, Teile je Baugruppe
Typische Fehler in der Prüfung
- Teile in Baugruppen bei der Mengenermittlung vergessen.
- Plus- und Minuszeichen in der Referenzkennzeichnung verwechselt.
- Technische Daten aus dem Gedächtnis oder aus einem Katalog statt aus dem Datenblatt übernommen.
- Normen für gesetzlich verpflichtend gehalten.
Tipps aus der Werkstatt
- Merk dir die drei Vorzeichen der Referenzkennzeichnung: = steht für die Funktion (was tut es?), + für den Ort (wo sitzt es?) und - für das Produkt (welches Bauteil?). Lies eine Kennzeichnung immer von links nach rechts wie eine Adresse.
- Kennbuchstaben prägst du dir am besten über den Zweck ein: Q schaltet Leistung, K steuert und verzögert, F schützt, B erfasst, M treibt an, S bedient. Wenn du den Zweck weißt, fällt dir der Buchstabe in der Prüfung wieder ein.
Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.
21 Aufgaben zu „Technische Dokumentation und Regelwerke“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Mechatroniker/-in (1998, Fassung 2018), Lernfeld 1; DIN EN IEC 81346-1/-2; DIN EN 61082; DIN ISO 1219. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.