Lernfeld 7 · Prüfung Teil 2
Dämmung und Befestigung
Kalte Leitungen dampfdicht dämmen, Tauwasser vermeiden, Rohre fachgerecht befestigen und die Wärmedehnung mit Fest- und Gleitpunkten lenken.
Darum geht es
Kalte Leitungen wie die Saugleitung werden aus zwei Gründen gedämmt. Erstens soll die Oberfläche wärmer bleiben als der Taupunkt der Raumluft, sonst bildet sich Tauwasser oder Eis. Zweitens soll das Sauggas möglichst wenig Wärme aufnehmen, denn zusätzliche Überhitzung senkt die Dichte am Verdichter und erhöht die Druckgastemperatur. Die nötige Dämmdicke hängt von Rohrtemperatur, Raumtemperatur und Luftfeuchte ab. Verwendet wird meist geschlossenzelliger synthetischer Kautschuk mit hoher Diffusionswiderstandszahl.
Die beste Dämmung wirkt nur, wenn sie lückenlos ist. Längsnähte und Stöße werden mit dem Kleber des Herstellers vollflächig verklebt, Ventile und Lötstellen ebenfalls gedämmt. Schellen an kalten Leitungen haben eine druckfeste Dämmeinlage, damit keine Kältebrücke entsteht. Gedämmt wird erst nach der Dichtheitsprüfung. Die Druckleitung bleibt normalerweise ungedämmt, sie soll Wärme abgeben.
Rohre ändern mit der Temperatur ihre Länge, Kupfer um etwa 0,0165 mm je Meter und Kelvin. Festpunkte halten die Leitung an einer Stelle, Gleitschellen lassen die Längsbewegung zu, Bögen und Richtungsänderungen nehmen sie elastisch auf. Am Verdichter trennt ein Schwingungsdämpfer das Rohrnetz von den Schwingungen; er wird nah am Verdichter und parallel zur Kurbelwelle eingebaut und dahinter mit einem Festpunkt gehalten.
Das solltest du dir merken
- Die Oberfläche der Dämmung muss wärmer als der Taupunkt der Raumluft bleiben.
- Kältedämmung immer geschlossenzellig und an allen Nähten dicht verklebt.
- Kalte Leitungen nur mit Schellen mit Dämmeinlage befestigen.
- Kupfer dehnt sich um 0,0165 mm je Meter und Kelvin.
- Schwingungsdämpfer parallel zur Kurbelwelle, ohne Zug, mit Festpunkt dahinter.
Formeln
- Längenänderung
- Längenausdehnungskoeffizient (Kupfer 0,0165 mm/(m·K)), in m, in K
- Wärmestrom durch eine Rohrdämmung
- Wärmeleitfähigkeit in W/(m·K), und Außen- und Innendurchmesser der Dämmung
Typische Fehler in der Prüfung
- Dämmung vor der Dichtheitsprüfung angebracht und für eine Nachlötung wieder aufgeschnitten.
- Stöße nur gesteckt statt verklebt, nach einigen Wochen bildet sich Eis unter der Dämmung.
- Bei der Längenänderung die Temperatur statt der Temperaturdifferenz eingesetzt.
- Schwingungsdämpfer quer zur Kurbelwelle oder unter Zug eingebaut.
Tipps aus der Werkstatt
- Erst abdrücken, dann dämmen. Bei kalten Leitungen zählt jede Naht: Kleber dünn auf beide Flächen, ablüften lassen, dann fest zusammendrücken. Für die Längenänderung von Kupfer reicht die Faustzahl 1,65 mm je 10 m und 10 K, mit der Temperaturdifferenz, nicht mit der Temperatur rechnen.
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14 Aufgaben zu „Dämmung und Befestigung“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Mechatroniker/-in für Kältetechnik, Lernfeld 7 (Rohrleitungen und Kanäle verlegen). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.