Lernfeld 2 · Prüfung Teil 1
Bördel-, Press- und Schraubverbindungen
Lösbare und unlösbare Rohrverbindungen der Kältetechnik: 45°-Bördel, Pressfittings für Kältemittel, Rotalock und Zusatzfüllung bei Split-Geräten.
Darum geht es
Neben der Lötverbindung gibt es in der Kältetechnik mechanische Verbindungen. Die Bördelverbindung mit 45°-Kegel ist bei Split-Klimageräten Standard. Das Rohr wird rechtwinklig abgeschnitten und entgratet, die Bördelmutter aufgeschoben, das Rohr mit dem vorgeschriebenen Überstand gespannt und mit dem Exzenter-Bördelgerät geformt. Angezogen wird mit dem Drehmomentschlüssel nach Herstellerangabe; zu fest quetscht den Bördel, zu locker lässt ihn undicht. Ob geölt wird, gibt der Hersteller vor; ein Tropfen passendes Öl auf der Rückseite des Bördels mindert die Reibung beim Anziehen, abgedichtet wird metallisch.
Pressverbindungen für die Kältetechnik haben spezielle Dichtringe und sind für hohe Drücke ausgelegt. Es dürfen nur zugelassene Systeme mit dem Werkzeug und den Pressbacken des Herstellers verwendet werden; Heizungs- oder Sanitärfittings sind tabu. Einstecktiefe anzeichnen, entgraten und sauber arbeiten ist auch hier Pflicht. Rotalock-Verschraubungen mit Dichtung findet man an Verdichtern und Sammlern, damit Bauteile ohne Löten getauscht werden können.
Jede lösbare Verbindung ist eine mögliche Leckstelle, denn Vibration und Temperaturwechsel lockern sie. In Innenräumen mit brennbaren Kältemitteln gelten deshalb höhere Anforderungen; maßgeblich sind Norm und Herstellerangaben des Geräts. Split-Geräte sind für eine bestimmte Leitungslänge vorgefüllt. Für jeden Meter Mehrlänge verlangt der Hersteller eine Zusatzfüllung in Gramm, die nach Gewicht eingefüllt und am Gerät dokumentiert wird. Vor dem Evakuieren nimmt man Schraderventileinsätze heraus, weil sie den Querschnitt verengen.
Das solltest du dir merken
- In der Kältetechnik werden Bördel mit 45° geformt.
- Erst die Mutter aufschieben, dann bördeln.
- Bördelmuttern mit dem Drehmomentschlüssel nach Herstellerangabe anziehen.
- Ein undichter Bördel wird neu gemacht, nicht stärker angezogen.
- Zusatzfüllung = Mehrlänge mal Gramm je Meter nach Herstellerangabe.
Formeln
- Zusatzfüllung bei Split-Geräten
- ausgeführte Leitungslänge, vorgefüllte Länge in m, Zusatzmenge in g/m
Typische Fehler in der Prüfung
- Bördelmutter vergessen und den fertigen Bördel abschneiden müssen.
- Undichten Bördel über das vorgeschriebene Drehmoment nachgezogen.
- Heizungs-Pressfittings in einer Kältemittelleitung eingesetzt.
- Zusatzfüllung für die ganze Leitungslänge statt für die Mehrlänge berechnet.
Tipps aus der Werkstatt
- Vor dem Bördeln die Mutter aufschieben, sonst kannst du neu anfangen. Kältetechnik-Bördel haben 45°. Angezogen wird mit dem Drehmomentschlüssel nach Herstellerangabe; ein undichter Bördel wird neu gemacht und nicht stärker angezogen. Zusatzfüllung beim Split-Gerät nur für die Mehrlänge über der vorgefüllten Länge rechnen.
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12 Aufgaben zu „Bördel-, Press- und Schraubverbindungen“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Mechatroniker/-in für Kältetechnik, Lernfeld 2 (Anlagenteile kälte- und klimatechnischer Baugruppen herstellen). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.