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Lernfeld 2 · Prüfung Teil 1

Hartlöten mit Schutzgas

Hartlöten von Kältemittelleitungen unter Schutzgas: Lote, Flussmittel, Kapillarspalt, Stickstoff oder Formiergas und der richtige Ablauf.

12 Aufgaben dazu übenKostenlos, ohne Anmeldung, mit Lösungsweg

Darum geht es

Kältemittelleitungen werden hartgelötet, also mit Loten, deren Arbeitstemperatur über 450 °C liegt. Das flüssige Lot wird von der Kapillarwirkung in den engen Spalt zwischen Rohr und Muffe gezogen, der Grundwerkstoff schmilzt nicht. Für Kupfer an Kupfer nimmt man Kupfer-Phosphor-Lote ohne Flussmittel, weil der Phosphor die Oxidschicht selbst löst. Für Messing, Rotguss oder Stahl braucht man Silberlote mit Flussmittel; phosphorhaltige Lote bilden mit Eisen spröde Verbindungen. Weichlot ist für Kältemittelleitungen ungeeignet.

Beim Erwärmen bildet Kupfer mit Luftsauerstoff Zunder. Innen im Rohr würde er sich später lösen und Filter, Expansionsventil oder Kapillarrohr verstopfen. Deshalb wird beim Löten Stickstoff oder Formiergas durch das Rohr geleitet. Zuerst spült man die Luft aus, dann reicht ein kleiner Durchfluss, damit kein Druck das Lot aus dem Spalt drückt. Das Schutzgas bleibt an, bis die Lötstelle abgekühlt ist. Sauerstoff oder Druckluft sind als Schutzgas ungeeignet.

Für eine gute Lötstelle müssen die Flächen blank sein und der Spalt eng, etwa 0,05 bis 0,2 mm. Die Stelle wird gleichmäßig auf Arbeitstemperatur gebracht, das Lot am heißen Werkstück und nicht in der Flamme geschmolzen. Empfindliche Bauteile wie Expansionsventile und Schauglaseinsätze werden gekühlt oder ausgebaut. Vor Lötarbeiten an einer bestehenden Anlage wird das Kältemittel vollständig zurückgewonnen und die Leitung gespült und drucklos gemacht, ein Feuerlöscher steht bereit.

Das solltest du dir merken

  • Hartlöten beginnt bei 450 °C Arbeitstemperatur.
  • Kupfer an Kupfer mit Kupfer-Phosphor-Lot ohne Flussmittel.
  • Stahl, Messing und Rotguss mit Silberlot und Flussmittel.
  • Immer unter Stickstoff oder Formiergas löten, bis die Stelle abgekühlt ist.
  • Lot ans heiße Werkstück halten, nicht in die Flamme.

Formeln

Gasvorrat einer Druckgasflasche (Näherung)
Flascheninhalt in l, Fülldruck in bar, Ergebnis entspanntes Gas in l
Reichdauer der Flasche
Entnahme in l/min, Ergebnis in min

Typische Fehler in der Prüfung

  • Phosphorhaltiges Lot an einem Stahlanschluss verwendet.
  • Ohne Schutzgas gelötet oder das Gas zu früh abgedreht.
  • Lot in die Flamme gehalten, sodass es außen als Wulst liegen bleibt.
  • An einer Leitung gelötet, die noch Kältemittel oder Druck enthielt.

Tipps aus der Werkstatt

  • Kupfer an Kupfer lötest du mit Kupfer-Phosphor-Lot ohne Flussmittel, an Stahl oder Messing brauchst du Silberlot mit Flussmittel. Ohne Stickstoff im Rohr entsteht innen Zunder, der später Filter und Expansionsventil zusetzt. Das Lot ans heiße Rohr halten, nicht in die Flamme, sonst bleibt es außen als Wulst liegen.

Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.

12 Aufgaben zu „Hartlöten mit Schutzgas“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.

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Grundlage: KMK-Rahmenlehrplan Mechatroniker/-in für Kältetechnik, Lernfeld 2 (Anlagenteile kälte- und klimatechnischer Baugruppen herstellen). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.