Lernfeld 9 · Prüfung Teil 2
Riemen- und Kettentriebe
Riemen- und Kettentriebe an Mähdrescher, Presse und Häcksler: Übersetzung, Variator, Spannen, Verschleiß messen und richtig erneuern.
Darum geht es
An Erntemaschinen übertragen Riemen und Ketten die Leistung zu vielen Arbeitsorganen. Keilriemen, Schmalkeilriemen und Verbundkeilriemen arbeiten kraftschlüssig über die Flanken und haben etwas Schlupf; Zahnriemen und Rollenketten übertragen formschlüssig. Die Übersetzung ergibt sich aus den Wirkdurchmessern der Scheiben oder den Zähnezahlen der Kettenräder. Ein Variator aus kegeligen Scheibenhälften verstellt den Wirkdurchmesser und damit etwa die Drehzahl von Dreschtrommel oder Haspel stufenlos.
Riemen brauchen die richtige Spannung und genau fluchtende Scheiben. Zu lose Riemen rutschen, verglasen und quietschen, zu straffe belasten Lager und Wellen. Mehrfachsätze werden immer komplett erneuert, Riemen nie über die Scheibe gehebelt. Ausgelaufene Rillen, verschlissene Spannrollen oder Versatz lassen Riemen abspringen.
Ketten verschleißen in den Gelenken und werden dadurch länger. Die Längung wird über viele Teilungen gemessen und mit dem Grenzwert des Herstellers verglichen. Eine gelängte Kette schleift die Zähne hakenförmig, darum werden Kettenräder geprüft und oft mitgewechselt. Spanner sitzen am Leertrum, der Federverschluss des Kettenschlosses zeigt mit dem geschlossenen Ende in Laufrichtung. Vor jedem Eingriff wird die Maschine stillgesetzt und angehobene Teile mechanisch abgestützt.
Das solltest du dir merken
- Kleinere getriebene Scheibe heißt höhere Drehzahl am Abtrieb.
- Schlupf senkt die Abtriebsdrehzahl, nie umgekehrt.
- Riemensätze komplett tauschen und Fluchtung prüfen.
- Längung über möglichst viele Teilungen messen und mit dem Herstellergrenzwert vergleichen.
- Federverschluss mit dem geschlossenen Ende in Laufrichtung einsetzen.
Formeln
- Übersetzung am Riementrieb
- , Wirkdurchmesser der treibenden und getriebenen Scheibe
- Übersetzung am Kettentrieb
- , Zähnezahlen der Kettenräder
- Kettenlängung
- Zahl der gemessenen Teilungen, Teilung der Kette
Typische Fehler in der Prüfung
- Durchmesser bei der Übersetzung vertauscht, sodass die Drehzahl in die falsche Richtung geht.
- Nur den gerissenen Riemen eines Satzes ersetzt.
- Kettenlängung über wenige Glieder gemessen und so den Verschleiß unterschätzt.
- Kettenspanner auf das Lasttrum gesetzt.
Tipps aus der Werkstatt
- Kleine Scheibe hinten heißt schnell hinten: n2 = n1 · d1 / d2. Schlupf zieht immer ab. Kettenlängung über viele Teilungen messen und auf das Sollmaß beziehen, nicht auf den Messwert. Spanner aufs Leertrum, Federverschluss mit dem geschlossenen Ende voran.
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13 Aufgaben zu „Riemen- und Kettentriebe“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Land- und Baumaschinenmechatroniker/-in (2014), Lernfeld 9 (Prüfen und Instandsetzen von Kraftübertragungssystemen an Maschinen und Geräten). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.