Lernfeld 9 · Prüfung Teil 2
Schalt-, Lastschalt-, hydrostatische und stufenlose Getriebe
Fahrantriebe von Traktor, Radlader und Teleskoplader: Gruppen- und Lastschaltgetriebe, Hydrostat, stufenlose Getriebe und Endantrieb.
Darum geht es
Traktoren brauchen viele Geschwindigkeiten vom Kriechgang bis zur Straßenfahrt. Gruppengetriebe kombinieren Gänge und Gruppen, Lastschaltstufen schalten über Lamellenkupplungen ohne Zugkraftunterbrechung, Wendeschaltungen wechseln die Fahrtrichtung unter Last. Die Zahl der Gänge ergibt sich durch Multiplizieren der Stufen. Im Radkopf vieler Achsen sitzt ein Planetenendantrieb, der erst kurz vor dem Rad das große Drehmoment erzeugt.
Radlader, Teleskoplader und Mähdrescher fahren oft hydrostatisch. Eine Verstellpumpe treibt im geschlossenen Kreislauf einen Hydromotor; der Schwenkwinkel der Pumpe bestimmt Geschwindigkeit und Fahrtrichtung. Eine Speisepumpe ersetzt das Lecköl und hält die Niederdruckseite unter Druck, Hochdruckbegrenzungsventile sichern ab, ein Spülventil tauscht warmes Öl aus. Leistungsverzweigte stufenlose Traktorgetriebe teilen die Leistung in einen mechanischen und einen hydrostatischen Zweig und verbinden so stufenloses Fahren mit gutem Wirkungsgrad.
Bei der Diagnose werden Hochdruck, Speisedruck und Leckölstrom an den Messanschlüssen gemessen und mit der Werkstattanleitung verglichen; Getriebesteuerungen werden nach Arbeiten oft neu kalibriert. Viele Traktoren haben einen gemeinsamen Ölhaushalt für Getriebe, Hydraulik und nasse Bremsen, darum ist nur Öl mit der Herstellerfreigabe zulässig. Altöl wird getrennt gesammelt und nach Altölverordnung entsorgt.
Das solltest du dir merken
- Gänge von hintereinander geschalteten Stufen werden multipliziert.
- Hydrostat ohne Drossel, die Pumpe stellt den Förderstrom ein.
- Fällt der Speisedruck, verliert der Fahrantrieb Kraft.
- Volumetrischen Wirkungsgrad bei der Pumpe und beim Motor jeweils multiplizieren.
- Universalöl nur mit Freigabe, weil es auch Bremsen und Kupplungen schmiert.
Formeln
- Förderstrom einer Hydropumpe
- in l/min, in cm³ je Umdrehung, in 1/min
- Drehzahl des Hydromotors
- Schluckvolumen in cm³ je Umdrehung
- Fahrgeschwindigkeit
- in km/h, Abrollumfang in m, Gesamtübersetzung
- Planetengetriebe mit festem Hohlrad
- Antrieb an der Sonne, Abtrieb am Planetenträger
Typische Fehler in der Prüfung
- Den Wirkungsgrad beim Hydromotor dividiert statt multipliziert.
- Abrollumfang mit dem Raddurchmesser verwechselt.
- Gänge und Gruppen addiert statt multipliziert.
- Beim Planetensatz nur das Verhältnis der Zähnezahlen ohne die Eins gerechnet.
Tipps aus der Werkstatt
- Gänge mal Gruppen mal Lastschaltstufen. Beim Hydrostat Q = V · n · η / 1000 in l/min, am Motor wieder mal η, nicht geteilt. Geschwindigkeit in km/h = Raddrehzahl mal Abrollumfang mal 0,06. Beim Planetensatz mit festem Hohlrad die Eins nicht vergessen: i = 1 + zH / zS.
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14 Aufgaben zu „Schalt-, Lastschalt-, hydrostatische und stufenlose Getriebe“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Land- und Baumaschinenmechatroniker/-in (2014), Lernfeld 9 (Prüfen und Instandsetzen von Kraftübertragungssystemen an Maschinen und Geräten). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.