Lernfeld 12 · Prüfung Teil 2
Funktionsanalyse, Parameter und Mitverantwortung
Funktionsanalyse, Werkstattunterlagen, StVZO und VDE bei Anbaugeräten, Mitverantwortung der Werkstatt und Kosten im Kundenauftrag.
Darum geht es
Komplexe Maschinen werden für die Diagnose in Teilsysteme gegliedert. Für jedes Teilsystem hält man Eingangs- und Ausgangsgrößen fest, etwa Drehzahl, Drehmoment, Druck, Volumenstrom oder elektrische Signale. Stimmt die Eingangsgröße, die Ausgangsgröße aber nicht, liegt der Fehler in diesem Teilsystem. Grundlage sind Funktionsschema, Hydraulikschaltplan, Stromlaufplan, Werkstatthandbuch und Ersatzteilkatalog, jeweils passend zur Seriennummer der Maschine.
Nach der Instandsetzung stellt die Werkstatt Verkehrs- und Betriebssicherheit her. Dazu gehören Beleuchtung und Warntafeln bei Anbaugeräten nach StVZO und bei elektrischen Geräten die Prüfung nach Instandsetzung nach DIN EN 50678 (VDE 0701) durch eine Elektrofachkraft oder unter deren Leitung. Umbauten, die Leistung, Funktion oder Gefährdungen wesentlich verändern, machen die Werkstatt zum Hersteller im Sinne der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG, ab dem 20.01.2027 der Maschinenverordnung (EU) 2023/1230.
Mitverantwortung heißt auch: Mängel, die außerhalb des Auftrags auffallen, werden dem Kunden mitgeteilt und dokumentiert, Arbeiten über den Auftrag hinaus erst nach Freigabe ausgeführt. Ein Auftrag läuft von der Aufnahme des Fehlerbilds über Diagnose, Kostenvoranschlag und Instandsetzung bis zur Endkontrolle und Übergabe mit Erläuterung. Für die Beratung rechnet man Arbeits- und Ersatzteilkosten sowie Kosten je Hektar oder je Stunde.
Das solltest du dir merken
- Einstellwerte immer aus dem Werkstatthandbuch für die genaue Baureihe und Seriennummer.
- Messen an den Schnittstellen grenzt den Fehler auf ein Teilsystem ein.
- Festgestellte Mängel außerhalb des Auftrags melden, dokumentieren und Freigabe einholen.
- Nach Reparatur elektrischer Geräte Prüfung nach DIN EN 50678 (VDE 0701) mit Protokoll.
- Wer wesentlich umbaut, übernimmt Herstellerpflichten mit neuer Risikobeurteilung.
Formeln
- Rechnungsbetrag
- Arbeitsstunden, Stundensatz, Ersatzteile netto, 19 % Umsatzsteuer
- Kraftstoffkosten je Hektar
- Verbrauch in l/h, Flächenleistung in ha/h, Dieselpreis in €/l
Typische Fehler in der Prüfung
- Die Umsatzsteuer nur auf den Arbeitslohn statt auf den ganzen Nettobetrag gerechnet.
- Einen Mangel außerhalb des Auftrags ohne Freigabe behoben oder gar nicht gemeldet.
- Eine Unterlage für eine andere Baureihe oder Seriennummer benutzt.
Tipps aus der Werkstatt
- Mangel außerhalb des Auftrags: Kunde informieren, Kosten nennen, Freigabe einholen, sonst dokumentieren und unterschreiben lassen. Umsatzsteuer auf Lohn und Teile zusammen. Einstellwerte nur aus dem Werkstatthandbuch zur passenden Seriennummer.
Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.
14 Aufgaben zu „Funktionsanalyse, Parameter und Mitverantwortung“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Land- und Baumaschinenmechatroniker/-in (2014), Lernfeld 12a bis 12c (Instandhalten von Maschinen, Geräten und Anlagen). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.