Lernfeld 8 · Prüfung Teil 2
Korrosion und Korrosionsschutz
Korrosion an Stahl, Zink, Aluminium und Edelstahl kurz erklärt: Spannungsreihe, Kontaktkorrosion, aktiver und passiver Schutz, Feuerverzinken.
Darum geht es
Metalle korrodieren, wenn Feuchtigkeit als Elektrolyt und Sauerstoff einwirken. Die elektrochemische Spannungsreihe ordnet die Metalle nach ihrem Normalpotenzial: Magnesium, Aluminium und Zink sind unedel, Eisen liegt in der Mitte, Kupfer und Edelstahl im passiven Zustand sind edler. Werden zwei unterschiedlich edle Metalle leitend verbunden und ist ein Elektrolyt vorhanden, entsteht ein galvanisches Element. Das unedlere Metall wird zur Anode und löst sich auf. Besonders schnell geht das, wenn die Fläche des unedlen Metalls klein und die des edlen groß ist, etwa bei verzinkten Schrauben in Edelstahlblech.
Passiver Korrosionsschutz trennt das Metall durch eine Schicht von der Umgebung: Beschichtungen, Pulver, Kunststoff und metallische Überzüge. Aktiver Schutz greift in den Vorgang ein, etwa durch Opferanoden, Fremdstrom, die Trennung unterschiedlicher Metalle, eine geeignete Werkstoffwahl und korrosionsgerechtes Konstruieren ohne Wassersäcke und Spalte. Das Feuerverzinken nach DIN EN ISO 1461 verbindet beides: Die Zinkschicht wirkt als Sperre und schützt kleine Fehlstellen kathodisch. Mit einer zusätzlichen Beschichtung entsteht ein Duplexsystem mit langer Schutzdauer.
DIN EN ISO 12944 ordnet die Umgebung in die Korrosivitätskategorien C1 bis C5 und CX ein und verlangt danach Oberflächenvorbereitung, Beschichtungssystem und Schichtdicke. Nichtrostender Stahl enthält mindestens etwa 10,5 % Chrom und bildet eine Passivschicht. Sie wird durch Fremdrost, Anlauffarben nach dem Schweißen, Spalte und Chloride gestört; Anlauffarben werden deshalb gebeizt.
Das solltest du dir merken
- Das unedlere Metall wird zur Anode und korrodiert.
- Kleine unedle Fläche an großer edler Fläche ist die gefährlichste Paarung.
- Passiver Schutz trennt durch Schichten, aktiver Schutz greift in den Korrosionsvorgang ein.
- Zink schützt Stahl an kleinen Fehlstellen kathodisch, weil es unedler ist.
- Anlauffarben an Edelstahlnähten durch Beizen entfernen.
Formeln
- Potenzialdifferenz zweier Metalle
- , Normalpotenziale der Metalle in V aus der Spannungsreihe
- Schutzdauer eines Zinküberzugs
- Schutzdauer in Jahren, Schichtdicke in µm, jährlicher Abtrag in µm/a
Typische Fehler in der Prüfung
- Angenommen, das edlere Metall werde angegriffen.
- Edelstahl mit einer Baustahlbürste gereinigt und so Fremdrost erzeugt.
- Opferanode und Beschichtung beide dem passiven Schutz zugeordnet.
Tipps aus der Werkstatt
- Bei Kontaktkorrosion löst sich immer das unedlere Metall auf, und am schnellsten, wenn es die kleine Fläche hat. Verzinkte Schraube in Edelstahlblech ist darum schlecht, Edelstahlschraube in Aluminiumblech mit Isolierscheibe dagegen üblich.
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14 Aufgaben zu „Korrosion und Korrosionsschutz“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Konstruktionsmechaniker/-in (2004 i. d. F. 2018), Lernfeld 8 (Herstellen von Baugruppen aus Profilen); DIN EN ISO 12944, DIN EN ISO 1461. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.