Lernfeld 11 · Prüfung Teil 2
Diagnosestrategie und Fehlerspeicher
Diagnosestrategie in der Kfz-Werkstatt: Kundengespräch, Fehlerspeicher, Umgebungsbedingungen, Istwerte, Stellglieddiagnose, Ruhestrom und Spannungsfall.
Darum geht es
Eine gute Diagnose folgt einem festen Ablauf. Sie beginnt mit dem Kundengespräch: Wann tritt der Fehler auf, bei welcher Temperatur, Geschwindigkeit oder Last, seit wann und nach welchen Arbeiten? Die Fehlerspeicher aller Steuergeräte werden ausgelesen und mit den Umgebungsbedingungen gesichert, bevor irgendetwas gelöscht wird; je nach Fehlerbild wird der Fehler zusätzlich bei einer Probefahrt nachvollzogen. Statische Fehler liegen gerade an, sporadische sind aufgetreten und wieder verschwunden. OBD-Codes beginnen mit P (Antrieb), C (Fahrwerk), B (Karosserie) oder U (Netzwerk).
Der Fehlerspeicher nennt den Stromkreis, in dem ein Fehler erkannt wurde, aber nicht zwingend das defekte Bauteil. Darum folgt die gezielte Prüfung: Istwerte im Diagnosegerät mit der Messung am Bauteil vergleichen, Aktoren über die Stellglieddiagnose ansteuern, Leitungen und Stecker nach Schaltplan messen. Geführte Fehlersuchen der Hersteller leiten durch diese Schritte. Bei Leitungsfehlern ist die Spannungsfallmessung unter Last besonders aussagekräftig: Ein korrodierter Massepunkt hat oft nur wenige Milliohm, verursacht unter hohem Strom aber deutliche Spannungsverluste.
Ein Sonderfall ist der Ruhestrom. Bleibt die Batterie über Nacht oder am Wochenende leer, wird der Strom bei verriegeltem Fahrzeug gemessen, nachdem alle Bussysteme eingeschlafen sind. Liegt er über dem Herstellerwert, wird der Verbraucher über die Sicherungen eingegrenzt. Nach der Reparatur werden die Fehlerspeicher gelöscht, die Funktion geprüft und erneut ausgelesen, und der Ablauf wird im Auftrag dokumentiert. Wer zuerst löscht, verliert die Umgebungsbedingungen und damit wichtige Hinweise.
Das solltest du dir merken
- Erst befragen und auslesen, dann gezielt prüfen, reparieren und kontrollieren.
- Der Fehlerspeicher nennt den Stromkreis, nicht immer das Bauteil.
- Umgebungsbedingungen sichern, bevor der Fehlerspeicher gelöscht wird.
- Übergangswiderstände findet man mit dem Spannungsfall unter Last.
- Ruhestrom erst messen, wenn alle Bussysteme schlafen.
Formeln
- Übergangswiderstand aus dem Spannungsfall
- Spannungsfall unter Last, Laststrom
- Standzeit bei Ruhestrom
- entnehmbare Ladung in Ah, Ruhestrom in A, in h
Typische Fehler in der Prüfung
- Teile nach dem Fehlerspeichertext getauscht, ohne zu messen.
- Den Fehlerspeicher vor dem Sichern der Umgebungsbedingungen gelöscht.
- Den Ruhestrom gemessen, bevor die Bussysteme eingeschlafen waren.
- Milliampere nicht in Ampere umgerechnet.
Tipps aus der Werkstatt
- Der Fehlerspeicher nennt den Stromkreis, nicht das kaputte Teil. Erst Umgebungsbedingungen sichern, dann messen, dann tauschen. Und den Fehlerspeicher nie vor dem Auslesen löschen, sonst sind die Hinweise auf Drehzahl, Temperatur und Häufigkeit weg.
Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.
13 Aufgaben zu „Diagnosestrategie und Fehlerspeicher“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Kraftfahrzeugmechatroniker/-in, Lernfeld 11 (Vernetzte Antriebs-, Komfort- und Sicherheitssysteme diagnostizieren und instand setzen). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.