Lernfeld 13 · Prüfung Teil 2
Steuern und Regeln
Steuern und Regeln unterscheiden: Regelkreis mit Sollwert, Istwert und Stellgröße, Zweipunktregler sowie P-, I- und PI-Regler an Maschinen.
Darum geht es
Eine Steuerung wirkt in einer offenen Kette. Sie gibt einen Befehl, etwa Ventil auf, prüft aber nicht, ob das Ergebnis stimmt. Eine Regelung misst die zu regelnde Größe fortlaufend, vergleicht sie mit dem Sollwert und greift bei einer Abweichung ein. Kennzeichen ist der geschlossene Wirkungskreis mit Rückführung. Typische Regelungen an Werkzeugmaschinen und Hydraulikanlagen betreffen Öltemperatur, Druck, Drehzahl und Position.
Im Regelkreis heißt der Sollwert , der gemessene Istwert und die Differenz Regelabweichung . Der Regler bildet daraus die Stellgröße , die über das Stellglied, etwa ein Ventil oder einen Frequenzumrichter, auf die Regelstrecke wirkt. Störgrößen wie eine wechselnde Last oder eine warme Halle verändern den Istwert von außen. Ein Thermostat am Ölkühler arbeitet als Zweipunktregler, der nur ein und aus kennt; die Größe pendelt dann zwischen zwei Schaltpunkten.
Stetige Regler unterscheiden sich im Zeitverhalten. Der P-Regler antwortet sofort und proportional zur Abweichung, lässt aber bei dauernder Störgröße eine bleibende Regelabweichung zurück. Der I-Anteil summiert die Abweichung über die Zeit und regelt sie vollständig aus, reagiert aber träger. Der PI-Regler verbindet beides. Schwingt eine Regelung nach einem Umbau stark, sind oft Verstärkung oder Nachstellzeit falsch eingestellt oder der Fühler sitzt zu weit vom Stellglied entfernt.
Das solltest du dir merken
- Regelung heißt messen, vergleichen, stellen im geschlossenen Kreis; die Steuerung kennt keine Rückführung.
- Die Regelabweichung ist Sollwert minus Istwert.
- Ein reiner P-Regler hinterlässt bei dauernder Störgröße eine bleibende Regelabweichung.
- Der I-Anteil beseitigt die bleibende Regelabweichung, macht den Kreis aber langsamer und schwingfreudiger.
- Zweipunktregler kennen nur zwei Schaltzustände, die Regelgröße pendelt um den Sollwert.
Formeln
- Regelabweichung
- Regelabweichung, Sollwert, Istwert, alle in derselben Einheit
- Stellgröße des P-Reglers
- Stellgröße, Stellgröße bei , Proportionalbeiwert, Regelabweichung
Typische Fehler in der Prüfung
- Die Regelabweichung als Istwert minus Sollwert gebildet; das Vorzeichen ist dann falsch.
- Eine Zeitsteuerung, die ohne Messung schaltet, für eine Regelung gehalten.
- Erwartet, dass ein P-Regler jede Abweichung vollständig ausregelt.
- Bei Regelschwingungen sofort den Fühler getauscht, statt zuerst die Reglereinstellung zu prüfen.
Probier eine Aufgabe aus
Eigene Zahlen bei jedem Klick, nach deiner Antwort der komplette Lösungsweg.
Probier es aus
ZufallszahlenDie Öltemperatur einer Hydraulikanlage wird auf den Sollwert geregelt. Der Fühler misst . Berechnen Sie die Regelabweichung in K (mit Vorzeichen).
Tipps aus der Werkstatt
- Eine Steuerung wirkt offen, ohne Rückmeldung des Ergebnisses. Eine Regelung misst den Istwert, vergleicht ihn mit dem Sollwert und gleicht die Regeldifferenz aus. Typisches Beispiel ist die Temperaturregelung, bei der der Fühler ständig zurückmeldet.
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13 Aufgaben zu „Steuern und Regeln“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Industriemechaniker, Lernfeld 13 (Sicherstellen der Betriebsfähigkeit automatisierter Systeme); DIN IEC 60050-351 sinngemäß. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.