myLernwerk

Lernfeld 1 · Prüfung Teil 1

Anreißen, Sägen, Feilen und Biegen

Anreißen, Körnen, Sägen, Feilen und Biegen in der Werkstatt: Werkzeuge, Zahnteilung, Feilenhieb, neutrale Faser und gestreckte Länge.

13 Aufgaben dazu übenKostenlos, ohne Anmeldung, mit Lösungsweg

Darum geht es

Am Anfang steht das Anreißen: Mit Reißnadel, Stahlmaßstab, Anschlagwinkel, Zirkel und Parallelreißer überträgst du Maße aus der Zeichnung auf das Werkstück. Eine dünne Schicht Anreißfarbe macht die Linien gut sichtbar. Bohrungsmittelpunkte körnst du an, damit die Bohrerspitze nicht verläuft. Geht es um Genauigkeit, reißt du von einer bearbeiteten Bezugskante aus an.

Beim Sägen mit der Handbügelsäge zeigen die Zähne nach vorn, geschnitten wird auf Stoß. Die Zahnteilung wählst du nach Werkstoff und Wanddicke: Mindestens drei Zähne sollen im Eingriff sein, deshalb nimmst du für dünnwandige Rohre und Bleche eine feine, für weiche Werkstoffe und dicke Querschnitte eine grobe Teilung. Bei der Feile bestimmt der Hieb die Spanabnahme: Grobe Hiebe tragen viel ab, feine sorgen für glatte Flächen. Für Aluminium gibt es Feilen mit einhiebigem, grobem Hieb, damit sich die Zähne nicht zusetzen. Gefeilt wird mit gleichmäßigem Druck beim Vorwärtsstrich, zurück wird ohne Druck gezogen; die Feile braucht immer ein festes Heft.

Beim Biegen wird die Außenseite gestreckt und die Innenseite gestaucht. Dazwischen liegt die neutrale Faser, die ihre Länge behält. Mit ihr berechnest du die gestreckte Länge des Zuschnitts. Bei dünnen Teilen und nicht zu kleinen Radien liegt sie etwa in der Mitte der Dicke, bei engen Radien wandert sie nach innen, dann hilft ein Ausgleichswert aus dem Tabellenbuch. Zu kleine Biegeradien oder Biegen quer zur Walzrichtung führen zu Rissen an der Außenseite.

Das solltest du dir merken

  • Bohrungsmittelpunkte vor dem Bohren ankörnen, damit der Bohrer nicht verläuft.
  • Sägezähne zeigen nach vorn, mindestens drei Zähne sollen im Eingriff sein.
  • Grober Hieb trägt viel ab, feiner Hieb macht glatte Flächen.
  • Die neutrale Faser behält beim Biegen ihre Länge und ist die Grundlage der Zuschnittlänge.
  • Mindestbiegeradius einhalten und möglichst längs zur Walzrichtung biegen.

Formeln

Bogenlänge der neutralen Faser
Bogenlänge in mm, Innenradius in mm, Werkstoffdicke in mm, Biegewinkel in Grad
Gestreckte Länge eines Biegeteils
Zuschnittlänge, und gerade Schenkel bis zum Bogenanfang, Bogenlänge, alle in mm
Zuschnitt eines Rings
Zuschnittlänge in mm, mittlerer Durchmesser in mm (Innendurchmesser plus Werkstoffdicke)

Typische Fehler in der Prüfung

  • Beim Ring mit dem Innen- oder Außendurchmesser gerechnet statt mit dem Durchmesser der neutralen Faser.
  • Schenkellängen bis zur Außenkante statt bis zum Bogenanfang eingesetzt und den Bogen damit doppelt gezählt.
  • Grobe Sägezahnteilung für ein dünnwandiges Rohr gewählt, die Zähne haken und brechen aus.
  • Beim Feilen auch beim Rückzug gedrückt; das stumpft die Zähne ab.

Tipps aus der Werkstatt

  • Beim Sägen und Feilen arbeitet nur der Vorwärtshub, also Druck nach vorn und ohne Druck zurück. Für dünne Bleche und Rohre ein feines Sägeblatt wählen, damit immer mindestens drei Zähne im Eingriff sind.

Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.

13 Aufgaben zu „Anreißen, Sägen, Feilen und Biegen“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.

Jetzt üben

Grundlage: KMK-Rahmenlehrplan Industriemechaniker, Lernfeld 1 (Fertigen von Bauelementen mit handgeführten Werkzeugen). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.