Lernfeld 1 · Prüfung Teil 1
Unternehmen, Organisation und Geschäftsprozesse
Aufbau- und Ablauforganisation, Rechtsformen, Geschäftsprozesse und Kennzahlen wie Wirtschaftlichkeit und Rentabilität für Teil 1 der IT-Prüfung.
Darum geht es
Ein Unternehmen lässt sich von zwei Seiten beschreiben. Die Aufbauorganisation legt fest, welche Stellen und Abteilungen es gibt und wer wem Weisungen erteilt. Das Organigramm zeigt sie als Bild. Im Einliniensystem hat jede Stelle genau einen Vorgesetzten, eine Stabsstelle berät nur und hat keine Weisungsbefugnis, in der Matrixorganisation hat eine Stelle zwei Vorgesetzte, zum Beispiel Fachabteilung und Projekt. Die Ablauforganisation beschreibt dagegen die Geschäftsprozesse, also wie ein Auftrag vom Kundenkontakt bis zur Rechnung durch den Betrieb läuft.
Bei den Prozessen unterscheidest du Kernprozesse, die direkt Nutzen für den Kunden schaffen und Geld bringen, von Unterstützungsprozessen wie Buchhaltung, Personal oder interner IT. Die Rechtsform regelt Haftung und Leitung: Einzelunternehmer und Gesellschafter der OHG haften mit ihrem Privatvermögen, bei GmbH und AG haftet nur das Gesellschaftsvermögen. Die GmbH braucht ein Stammkapital von mindestens 25.000 €.
Gerechnet wird in diesem Thema mit Kennzahlen. Die Wirtschaftlichkeit vergleicht Ertrag und Aufwand, die Rentabilität setzt den Gewinn ins Verhältnis zum eingesetzten Kapital, die Produktivität vergleicht Mengen, etwa eingerichtete Arbeitsplätze je Arbeitsstunde. Achte darauf, ob nach einer Verhältniszahl oder nach Prozent gefragt ist.
Das solltest du dir merken
- Aufbauorganisation beschreibt die Struktur, Ablauforganisation die Abläufe.
- Eine Stabsstelle berät die Leitung, sie darf aber keine Weisungen erteilen.
- Eine Wirtschaftlichkeit über 1 bedeutet, dass der Ertrag größer ist als der Aufwand.
- Produktivität rechnet mit Mengen, Wirtschaftlichkeit und Rentabilität rechnen mit Geldwerten.
- Bei GmbH und AG haften die Gesellschafter nicht mit ihrem Privatvermögen.
Formeln
- Wirtschaftlichkeit
- Ertrag und Aufwand in €, das Ergebnis ist eine Verhältniszahl ohne Einheit
- Eigenkapitalrentabilität
- Gewinn und Eigenkapital in €, Ergebnis in Prozent
- Produktivität
- Mengen, zum Beispiel Arbeitsplätze je Arbeitsstunde
- Marktanteil
- Umsätze in €, Ergebnis in Prozent
Typische Fehler in der Prüfung
- Wirtschaftlichkeit und Rentabilität verwechselt; die Rentabilität braucht den Gewinn und das Kapital.
- Die Stabsstelle als weisungsbefugte Instanz eingeordnet.
- Bei der Produktivität Geldwerte statt Mengen eingesetzt.
- Die Haftung einer GmbH mit der einer OHG gleichgesetzt.
Tipps aus der Werkstatt
- Kernprozesse sind das, womit der Betrieb Geld verdient; Unterstützungsprozesse wie Buchhaltung oder Personal halten den Laden am Laufen. Eine Stabsstelle berät, hat aber keine Weisungsbefugnis.
- Rechtsformen trennst du nach Haftung und Mindestkapital: Einzelunternehmen und OHG haften voll, GmbH und UG nur mit dem Gesellschaftsvermögen. Gewinn ist Umsatz minus alle Kosten, nicht nur minus Einkaufspreis.
Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.
22 Aufgaben zu „Unternehmen, Organisation und Geschäftsprozesse“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: Rahmenlehrplan IT-Berufe (KMK 2019), Lernfeld 1; HGB und GmbHG zu Rechtsformen. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.