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Prüfungsbereich LF 10b · Prüfung Teil 2

Serverdienste und Verzeichnisdienste

Serverdienste und Verzeichnisdienste kurz erklärt: DHCP, DNS, Active Directory, Gruppenrichtlinien, NTFS- und Freigabeberechtigungen.

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Darum geht es

DHCP vergibt IP-Konfigurationen automatisch. Der Ablauf besteht aus vier Nachrichten: Discover, Offer, Request und Acknowledge. Weil Discover ein Broadcast ist, erreicht er keinen DHCP-Server in einem anderen Subnetz oder VLAN. Dafür richtest du auf dem Router einen DHCP-Relay-Agenten ein, der die Anfragen weiterleitet.

DNS löst Namen in Adressen auf. In der Forward-Lookup-Zone stehen A-Einträge für IPv4 und AAAA für IPv6, in der Reverse-Lookup-Zone PTR-Einträge. MX nennt den Mailserver, CNAME einen Alias. Die TTL legt fest, wie lange andere Server eine Antwort zwischenspeichern; nach einem Umzug sehen manche Clients deshalb noch eine Weile die alte Adresse. Für eigene Mailserver verbessern SPF, DKIM und DMARC die Zustellbarkeit.

Active Directory ist der Verzeichnisdienst von Windows. Benutzer, Gruppen und Computer liegen in Organisationseinheiten (OU) einer Domäne, verwaltet von Domänencontrollern. Für den Domänenbeitritt muss der Client den DNS-Server der Domäne verwenden. Gruppenrichtlinien wirken in der Reihenfolge lokal, Standort, Domäne, OU; die zuletzt angewandte, also die der OU am nächsten, setzt sich bei Widersprüchen durch.

Beim Zugriff über das Netz gelten Freigabe- und NTFS-Berechtigungen zugleich. Innerhalb jeder Art addieren sich die Rechte aller Gruppen, ausdrückliches Verweigern geht vor. Wirksam ist am Ende die restriktivere der beiden Arten. Rechte vergibst du an Gruppen, nicht an einzelne Benutzer.

Das solltest du dir merken

  • DHCP-Ablauf DORA, über Subnetzgrenzen nur mit DHCP-Relay.
  • A für IPv4, AAAA für IPv6, PTR für Reverse, MX für Mail, CNAME für Alias.
  • Gruppenrichtlinien wirken lokal, Standort, Domäne, OU; die nächste OU gewinnt.
  • Über das Netz gilt die restriktivere von Freigabe- und NTFS-Berechtigung.
  • Rechte an Gruppen vergeben, nicht an einzelne Konten.

Formeln

Nutzbare Hostadressen eines Subnetzes
Anzahl nutzbarer Adressen, Präfixlänge (zum Beispiel 22 bei /22); Netz- und Broadcastadresse fallen weg

Typische Fehler in der Prüfung

  • Freigabe- und NTFS-Rechte addiert statt die restriktivere zu nehmen.
  • DHCP-Server in anderem VLAN ohne Relay erwartet.
  • Client für den Domänenbeitritt auf einen öffentlichen DNS-Server eingestellt.
  • Bei der Hostzahl die Netz- und Broadcastadresse nicht abgezogen.

Tipps aus der Werkstatt

  • Geht im Active Directory etwas nicht, prüf zuerst DNS und Uhrzeit: Clients finden den Domänencontroller nur über SRV-Einträge im internen DNS, und Kerberos lehnt ab etwa 5 Minuten Zeitabweichung ab. Kein öffentlicher Resolver auf Domänen-Clients.
  • Rechte nach AGDLP: Konten in globale Gruppen, die in domänenlokale, Rechte nur an die domänenlokalen. Beim Netzzugriff wirkt die strengere von Freigabe- und NTFS-Berechtigung. Gruppenrichtlinien in der Reihenfolge LSDOU, die zuletzt verarbeitete gewinnt, außer „Erzwungen“.

Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.

13 Aufgaben zu „Serverdienste und Verzeichnisdienste“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.

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Grundlage: Rahmenlehrplan Fachinformatiker/-in (KMK 2020), Lernfeld 10b; RFC 2131 DHCP, RFC 1035 DNS. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.