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Prüfungsbereich LF 10b · Prüfung Teil 2

Skripte und Automatisierung

Skripte und Automatisierung kurz erklärt: PowerShell-Pipeline, Bash, Umleitungen, cron, Aufgabenplanung, Ansible und Nutzen der Automatisierung.

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Darum geht es

Wiederkehrende Administrationsaufgaben automatisierst du mit Skripten. Die PowerShell arbeitet mit Cmdlets nach dem Schema Verb-Nomen, zum Beispiel Get-ChildItem oder New-ADUser. In der Pipeline werden Objekte weitergereicht, nicht nur Text. Mit Where-Object filterst du, mit Select-Object wählst du Eigenschaften aus. Viele Konten legst du an, indem du eine CSV-Datei mit Import-Csv einliest und jede Zeile weitergibst. Vor gefährlichen Befehlen hilft der Schalter -WhatIf, der nur anzeigt, was passieren würde.

In der Bash steht in der ersten Zeile eines Skripts die Shebang wie #!/bin/bash, das Skript braucht außerdem Ausführrechte. Die Pipe | gibt die Ausgabe an den nächsten Befehl weiter, > überschreibt eine Datei, >> hängt an. Mit && läuft der zweite Befehl nur bei Erfolg des ersten, mit || nur bei Misserfolg.

Zeitgesteuert laufen Skripte unter Linux über cron. Die fünf Zeitfelder stehen für Minute, Stunde, Tag des Monats, Monat und Wochentag. Unter Windows nutzt du die Aufgabenplanung mit einem Dienstkonto, das nur die nötigen Rechte hat.

Für viele Server gleichzeitig eignet sich Konfigurationsmanagement wie Ansible. Es arbeitet ohne Agent über SSH, beschreibt den Sollzustand in Playbooks im YAML-Format und ist idempotent: Mehrfaches Ausführen ändert nur, was noch nicht passt. Ob sich Automatisierung lohnt, zeigt der Vergleich von Entwicklungsaufwand und eingesparter Zeit.

Das solltest du dir merken

  • PowerShell-Pipelines reichen Objekte weiter, Bash-Pipes reichen Text weiter.
  • Das Zeichen > überschreibt eine Datei, >> hängt an.
  • cron-Felder in der Reihenfolge Minute, Stunde, Tag, Monat, Wochentag.
  • Ansible ist agentenlos und idempotent.
  • Gefährliche Befehle zuerst mit -WhatIf oder an einer Testgruppe ausprobieren.

Formeln

Amortisation eines Skripts
Anzahl der Durchläufe, ab der sich das Skript lohnt, Zeiten in min je Durchlauf bzw. für die Entwicklung
Eingesparte Zeit je Jahr
Ausführungen je Jahr, Zeit je Ausführung in min

Typische Fehler in der Prüfung

  • Einfaches > statt >> verwendet und damit eine Datei wie /etc/hosts überschrieben.
  • Felder der crontab vertauscht, etwa Stunde und Minute.
  • Massenänderung im Active Directory ohne Test und ohne -WhatIf ausgeführt.
  • Geplante Aufgabe unter einem Administratorkonto mit vollen Rechten laufen lassen.

Tipps aus der Werkstatt

  • Cron liest von links: Minute, Stunde, Tag des Monats, Monat, Wochentag. Vor Massenänderungen in der PowerShell erst mit -WhatIf schauen, was passieren würde. Gute Skripte sind idempotent: Ein zweiter Lauf ändert an einem korrekten System nichts.

Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.

13 Aufgaben zu „Skripte und Automatisierung“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.

Jetzt üben

Grundlage: Rahmenlehrplan Fachinformatiker/-in (KMK 2020), Lernfeld 10b; Microsoft-Dokumentation PowerShell, POSIX crontab. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.