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Lernfeld 11 · Prüfung Teil 2

Servo- und Schrittantriebe

Servo- und Schrittantriebe erklärt: Synchron-Servomotor, Geber, Kaskadenregelung, Trägheitsverhältnis, Schrittwinkel und Mikroschritt.

17 Aufgaben dazu übenKostenlos, ohne Anmeldung, mit Lösungsweg

Darum geht es

Servoantriebe bewegen Achsen schnell und genau auf eine Position, etwa in Werkzeugmaschinen, Robotern und Verpackungsanlagen. Meist arbeitet ein permanenterregter Synchronmotor mit kleinem Läuferträgheitsmoment an einem Servoregler. Ein Geber auf der Welle meldet die Läuferlage für die elektronische Kommutierung und liefert Drehzahl und Position. Resolver sind robust, Sin/Cos- und Absolutwertgeber sehr fein; ein Multiturn-Absolutwertgeber kennt die Position sofort nach dem Einschalten, ein Inkrementalgeber braucht eine Referenzfahrt.

Geregelt wird in einer Kaskade: Der Lageregler gibt dem Drehzahlregler den Sollwert, dieser dem Stromregler. Der innere Stromkreis ist der schnellste, deshalb wird von innen nach außen eingestellt. Für die Auslegung zählt nicht nur das Moment, sondern auch das Trägheitsmoment der Last. Ein Getriebe verkleinert es auf der Motorseite mit dem Quadrat der Übersetzung. Ist die reduzierte Lastträgheit viel größer als die des Motors, wird die Achse weich und neigt zum Schwingen.

Schrittmotoren drehen um einen festen Winkel je Steuerimpuls, häufig 1,8 Grad, also 200 Schritte je Umdrehung. Sie laufen meist ohne Rückführung: Die Steuerung zählt die ausgegebenen Schritte und nimmt an, dass der Motor folgt. Bei Überlast oder zu steilen Rampen verliert er Schritte unbemerkt. Mikroschritt teilt den Vollschritt elektronisch und macht den Lauf ruhiger, erhöht aber nicht das Moment. Mit steigender Schrittfrequenz sinkt das verfügbare Moment deutlich.

Das solltest du dir merken

  • Servomotoren sind meist permanenterregte Synchronmotoren mit Geber.
  • Kaskadenregelung von innen nach außen einstellen, also Strom, Drehzahl, Lage.
  • Lastträgheit wirkt auf der Motorseite durch das Quadrat der Übersetzung geteilt.
  • Schrittmotoren können ohne Geber unbemerkt Schritte verlieren.
  • Eine Haltebremse hält im Stillstand und ist keine Betriebsbremse.

Formeln

Schrittfrequenz
in Hz, Drehzahl in min⁻¹, Schritte je Umdrehung (Vollschritte mal Schrittteilung)
Reduziertes Trägheitsmoment
Trägheitsmoment der Last in kg·m², Übersetzung des Getriebes
Beschleunigungsmoment
in Nm, Gesamtträgheitsmoment an der Motorwelle in kg·m², Enddrehzahl in min⁻¹, Hochlaufzeit in s
Vorschub am Gewindetrieb
Vorschubgeschwindigkeit in mm/min, Drehzahl in min⁻¹, Spindelsteigung in mm

Typische Fehler in der Prüfung

  • Das Trägheitsmoment der Last nur durch die Übersetzung statt durch ihr Quadrat geteilt.
  • Die Haltebremse zum betriebsmäßigen Abbremsen der Achse vorgesehen.
  • Angenommen, Mikroschritt erhöhe das Haltemoment des Schrittmotors.
  • Bei der Reglereinstellung mit dem Lageregler begonnen.

Tipps aus der Werkstatt

  • Ein Getriebe verkleinert die Lastträgheit auf der Motorseite mit dem Quadrat der Übersetzung, nicht einfach durch i. In der Prüfung wird genau das gern vergessen. Faustregel für dynamische Achsen: reduzierte Lastträgheit höchstens etwa das Zehnfache der Motorträgheit.

Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.

17 Aufgaben zu „Servo- und Schrittantriebe“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.

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Grundlage: KMK-Rahmenlehrplan Elektroniker/-in für Maschinen und Antriebstechnik, Lernfeld 11 (Komplexe Antriebssysteme herstellen). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.