Lernfeld 13 · Prüfung Teil 2
Instandhaltungsstrategien nach DIN 31051
Instandhaltungsstrategien nach DIN 31051 für Fertigungs- und Prüfsysteme: reaktiv, vorbeugend, zustandsorientiert, FMEA, TPM und Ersatzteile.
Darum geht es
DIN 31051 gliedert die Instandhaltung in Wartung, Inspektion, Instandsetzung und Verbesserung. Welche Strategie du wählst, hängt davon ab, wie kritisch eine Komponente ist und wie sich ihr Verschleiß zeigt. Ausfallbedingte Instandhaltung passt zu billigen, schnell tauschbaren Teilen ohne Folgeschäden. Vorbeugende Instandhaltung tauscht nach festen Intervallen, etwa nach Betriebsstunden oder Schaltspielen. Zustandsorientierte Instandhaltung misst eine Verschleißgröße wie den Differenzdruck über einem Filter und handelt erst bei einem festgelegten Grenzwert. An Engpassanlagen lohnt sich der höhere Aufwand am ehesten.
Die FMEA (Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse) untersucht vorbeugend, welche Fehler auftreten können, welche Folgen sie haben und wie gut sie entdeckt werden. Klassisch werden Bedeutung B, Auftretenswahrscheinlichkeit A und Entdeckungswahrscheinlichkeit E mit 1 bis 10 bewertet und zur Risikoprioritätszahl multipliziert. Neuere Leitfäden nach AIAG und VDA nutzen stattdessen eine Aufgabenpriorität, die die Bedeutung stärker gewichtet.
Bei Total Productive Maintenance (TPM) übernehmen die Bediener einfache Aufgaben wie Reinigen, Sichtkontrollen und Schmieren selbst, die Instandhaltung kümmert sich um anspruchsvollere Arbeiten. Im Ersatzteillager unterscheidest du Verbrauchsmaterial, Verschleißteile wie Kontaktstifte oder Pipetten und Reserveteile für seltene, aber kritische Ausfälle. Für Systeme mit veraltetem Betriebssystem ohne Sicherheitsupdates planst du Abschottung im Netz und eine Modernisierung.
Das solltest du dir merken
- Zustandsorientiert heißt messen und beim Grenzwert handeln.
- Die RPZ ist B mal A mal E, jede Bewertung von 1 bis 10.
- Eine hohe Bedeutung verlangt Maßnahmen, auch wenn die RPZ klein ist.
- Bei TPM übernehmen Bediener einfache Pflege und Kontrollen.
Formeln
- Risikoprioritätszahl
- Bedeutung, Auftretenswahrscheinlichkeit, Entdeckungswahrscheinlichkeit, jeweils 1 bis 10; RPZ zwischen 1 und 1000
- Zeit bis zum Grenzwert bei linearem Anstieg
- aktueller Wert, festgelegter Grenzwert, beobachteter Anstieg je Zeiteinheit
Typische Fehler in der Prüfung
- Bei der Entdeckung die Skala umgedreht; ein hoher E-Wert heißt, der Fehler wird schlecht entdeckt.
- Nur nach der RPZ priorisiert und hohe Bedeutungen übersehen.
- Zustandsorientierte Instandhaltung mit festen Intervallen verwechselt.
- Verschleißteile und Reserveteile gleich behandelt.
Tipps aus der Werkstatt
- Strategie am Auslöser erkennen: Ausfall ist reaktiv, feste Betriebsstunden sind vorbeugend, Messwerte sind zustandsorientiert, Trendprognose ist vorausschauend. Reinigen nach festem Intervall ist nach DIN 31051 Wartung, nicht Inspektion.
- Ersatzteile lagerst du für Komponenten mit langer Lieferzeit, hohem Ausfallrisiko und großem Stillstandsschaden, etwa Nozzles, Heizungen, Kameras. Für Zustandsüberwachung eignen sich Schwingung, Temperatur, Stromaufnahme, Druck und Zykluszeiten.
Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.
21 Aufgaben zu „Instandhaltungsstrategien nach DIN 31051“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Elektroniker/-in für Geräte und Systeme 18.12.2020, Lernfeld 13; DIN 31051, DIN EN IEC 60812 (FMEA), AIAG-VDA FMEA-Handbuch. Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.