Lernfeld 13 · Prüfung Teil 2
Störungsanalyse an Fertigungs- und Prüfsystemen
Störungsanalyse an Fertigungs- und Prüfsystemen: systematisch eingrenzen, 5-Why, Ishikawa, Messen am Lüfter, Pneumatik sicher tauschen.
Darum geht es
Bei Störungen an Fertigungs- und Prüfsystemen suchst du zuerst Muster. Tritt der Fehler nur an einer Pipette, einer Zone, einer Prüfnadel oder seit einem bestimmten Tag auf? Was hat sich zu diesem Zeitpunkt geändert, etwa Material, Programm, Parameter oder Bauteillos? Daten aus Maschinenprotokollen und Prüfstatistiken grenzen die Ursache oft schneller ein als Messen auf Verdacht.
Steigt die Ausschussrate eines Prüfplatzes plötzlich, unterscheidest du zwischen echten Fehlern der Baugruppen und Fehlern des Prüfsystems. Ein bekanntes Gutteil zeigt, ob der Prüfplatz selbst richtig misst. Misst ein In-Circuit-Tester einen Wert falsch, obwohl das Bauteil in Ordnung ist, liegt die Ursache oft an Parallelpfaden in der Schaltung oder an der Kontaktierung.
Für wiederkehrende Störungen helfen strukturierte Methoden. Bei 5-Why fragst du so lange nach dem Warum, bis die eigentliche Ursache gefunden ist. Das Ishikawa-Diagramm ordnet mögliche Ursachen nach Mensch, Maschine, Material, Methode, Mitwelt und Messung.
Vor Arbeiten an elektrisch und pneumatisch angetriebenen Baugruppen schaltest du frei, sicherst gegen Wiedereinschalten, entlüftest die Druckluft und prüfst die Energiefreiheit. Nach dem Tausch von Antrieben oder Achsen kalibrierst du die Achse neu oder fährst eine Referenz, bevor die Produktion wieder läuft.
Das solltest du dir merken
- Erst Muster und Änderungen suchen, dann gezielt messen.
- Mit einem bekannten Gutteil prüfst du den Prüfplatz selbst.
- 5-Why sucht die Ursache, nicht den Schuldigen.
- Vor dem Ventiltausch elektrisch freischalten und pneumatisch drucklos machen.
- Nach Achs- oder Motortausch neu kalibrieren oder referenzieren.
Formeln
- Lüfterdrehzahl aus dem Tachosignal
- Drehzahl in 1/min, Impulsfrequenz in Hz, Impulse je Umdrehung (bei vielen PC-Lüftern 2, Datenblatt beachten)
- Ausschussrate
- Ausschussrate in %, abgelehnte, geprüfte Baugruppen
Typische Fehler in der Prüfung
- Beim Tachosignal die Impulse je Umdrehung nicht berücksichtigt.
- Steigenden Ausschuss sofort der Fertigung zugeschrieben, ohne den Prüfplatz mit einem Gutteil zu prüfen.
- Pneumatik nur abgesperrt, aber nicht entlüftet.
- Nach dem Tausch eines Servomotors ohne Kalibrierung weiterproduziert.
Tipps aus der Werkstatt
- Ob Anlage oder Produkt die Ursache ist, klärt eine Referenz: bekannt gute Baugruppe am Prüfplatz, Temperaturprofil mit Messplatine durch den Ofen, Kalibrierstatus der Messgeräte prüfen. Nach Kameratausch ist ein fester Versatz fast immer eine fehlende Kalibrierung.
- Fünf Sicherheitsregeln in dieser Reihenfolge: Freischalten, gegen Wiedereinschalten sichern, Spannungsfreiheit feststellen, Erden und Kurzschließen, benachbarte Teile abdecken. Bei der Störungsbeseitigung erst Meldung lesen und Ursache finden, dann quittieren.
Sitzt das Thema? Teste dich mit echten Prüfungsfragen.
21 Aufgaben zu „Störungsanalyse an Fertigungs- und Prüfsystemen“, falsche Antworten kommen in der Runde noch einmal.
Jetzt übenGrundlage: KMK-Rahmenlehrplan Elektroniker/-in für Geräte und Systeme 18.12.2020, Lernfeld 13; DIN EN 50110-1 (Betrieb elektrischer Anlagen), DIN EN ISO 4414 (Pneumatik). Eigene Erklärung, keine Originalaufgaben der Prüfungsausschüsse.